Steigende Leistungsdichten, neue Halbleitermaterialien wie SiC und GaN sowie höhere thermische Belastungen erhöhen die Anforderungen an moderne Powermodule. Besonders kritisch sind Materialübergänge zwischen Metall, Keramik und Vergussmaterial, an denen Spannungen, Haftungsprobleme oder Delaminationen entstehen können. Genau hier setzt Plasmatreat mit neuen Plasma-Lösungen zur Oberflächenvorbehandlung an.
Niederdruckplasma für komplexe Geometrien
Auf der PCIM Europe zeigt das Unternehmen erstmals die neue Niederdruck-Plasma-Serie AURORA-Plasma. Das System arbeitet mit einem Multifrequenzansatz, um die Plasmaeinwirkung präzise an Material, Geometrie und Prozessanforderung anzupassen. Dadurch sollen sich auch komplexe 3D-Strukturen homogen behandeln lassen. Die Technik eignet sich vor allem für dicht bestückte Powermodule und empfindliche Materialverbunde. Laut Plasmatreat entstehen dadurch stabile Voraussetzungen für Folgeprozesse wie Verguss, Beschichtung oder Bonding.
Openair-Plasma für automatisierte Serienfertigung
Neben Niederdrucksystemen bleibt Openair-Plasma ein zentraler Bestandteil des Portfolios. Das Verfahren arbeitet unter Atmosphärendruck und lässt sich direkt in Fertigungslinien integrieren. Oberflächen werden trocken und ohne zusätzliche Chemie gereinigt und aktiviert. Zudem können Oxidschichten inline reduziert werden. Dadurch lassen sich Prozesse wie Die-Bonding, Wire-Bonding oder Verguss stabilisieren und reproduzierbarer gestalten. Besonders in der Automobil- und Energieindustrie gewinnen solche inlinefähigen Verfahren zunehmend an Bedeutung.
Oxidreduktion verbessert Langzeitstabilität
Mit dem REDOX-Tool zeigt Plasmatreat zudem eine Lösung zur gezielten Reduktion von Oxidschichten auf Kupfer- und Aluminiumoberflächen. Das Verfahren arbeitet trocken und selektiv ohne nasschemische Prozesse oder Flussmittel. Dadurch sollen sich Haftung und Langzeitstabilität bei Overmolding- und Vergussprozessen verbessern.
„Die Qualität der Oberfläche entscheidet heute maßgeblich über die Zuverlässigkeit moderner Leistungsmodule“, sagt Nico Coenen, Global Director Electronics Market bei Plasmatreat. „Mit unserem Plasma-Portfolio ermöglichen wir Herstellern stabile, reproduzierbare Prozesse – vom ersten Reinigungsschritt bis zur finalen Verbindung.“
Plasmatreat stellt auf der PCIM Europe 2026 in Halle 7, Stand 169 aus.


