Die Vorbehandlung mit atmosphärischem Plasma ist in vielen Lackierprozessen etabliert. Plasmatreat zeigt auf der PaintExpo 2026 (Halle 1, Stand 1210) Weiterentwicklungen der Openair-Plasma-Technologie für industrielle Anwendungen. Im Mittelpunkt steht die neue Plasmadüse RD8450, die für die gleichmäßige Behandlung größerer Bauteilflächen ausgelegt ist. Ergänzend werden automatisierte Lösungen zur Vorbehandlung von Batteriezellen vorgestellt.
Vorbehandlung als Grundlage stabiler Lackierprozesse
Die Haftung von Lacken hängt maßgeblich von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Verunreinigungen wie Öle, Trennmittel oder Staub sowie eine geringe Oberflächenenergie können zu Benetzungsstörungen führen. Eine gezielte Reinigung und Aktivierung ist daher Voraussetzung für reproduzierbare Lackierergebnisse.
Beim Einsatz von Openair-Plasma entstehen reaktive Spezies, die organische Rückstände entfernen und funktionelle Gruppen auf der Oberfläche erzeugen. Dadurch erhöht sich die Oberflächenenergie und die Benetzbarkeit verbessert sich. Das Verfahren arbeitet trocken und lässt sich inline in Fertigungsprozesse integrieren – sowohl für selektive Bereiche als auch für großflächige Anwendungen.
Alternative zu Beflammungsverfahren
Atmosphärisches Plasma wird häufig als Alternative zur Beflammung eingesetzt. Das Verfahren ermöglicht eine geringere thermische Belastung und eignet sich damit auch für temperaturempfindliche Kunststoffe. Zudem erfolgt die Behandlung ohne offenes Feuer.
Weitere genannte Aspekte sind reproduzierbare Prozessbedingungen sowie die Möglichkeit zur Integration in automatisierte Anlagen. Da weder nasschemische Primer noch brennbare Gase erforderlich sind, ergeben sich auch Unterschiede hinsichtlich Emissionen und Anlagenbetrieb.
Neue Düse für großflächige Bauteile
Mit der RD8450 stellt Plasmatreat eine rotierende Plasmadüse vor, die für großflächige Anwendungen wie Fahrzeugkomponenten konzipiert ist. Durch die rotierende Bewegung soll eine gleichmäßige Behandlung entlang der Prozessbahn erreicht werden.
Auf dem Messestand wird zudem eine automatisierte Anwendung gezeigt: Ein Scara-Roboter übernimmt die Vorbehandlung zylindrischer und prismatischer Batteriezellen. Die Aktivierung der Metalloberflächen kann anschließend über Verfahren wie Kontaktwinkelmessung oder Testtinten überprüft werden.


