Wirkmechanismen und Marktanteile der Reinigungsverfahren

Ein Reinigungsprozess hat nur vier Wirkmechanismen bzw. Einflussgrößen, welche je nach Verfahren in unterschiedlichen Größenanteilen auftreten. Die Wirkmechanismen

  • Chemie (u.a. Überwindung der Bindungskräfte der Verunreinigungen an die Oberfläche durch chemische Prozesse, Verbesserung der Benetzung, chemische Umwandlung der Verunreinigung, Austrag der Verunreinigung, Verunreinigungen in Lösung bringen)
  • Temperatur (u.a. Wirkverstärkung der chemischen Komponente, Erniedrigung der Viskosität von Verunreinigungen, Unterstützung von Trocknungsvorgängen)
  • Reinigungsmechanik (u.a. mechanische Überwindung von Haftkräften, Hinterwanderung der Verunreinigung, Abtransport gelöster Verunreinigungen, Transport der chemischen Komponenten an den Ort der Verunreinigung)
  • Zeit (verrichtete Arbeit mit der Leistung der anderen Wirkmechanismen)

sind im Sinner‘schen Kreis (siehe Bild unten), benannt nach einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Henkel, dargestellt. Je nach Aufgabenstellung müssen die vier Faktoren miteinander kombiniert optimal eingestellt werden. Der Gesamtaufwand einer Reinigungsaufgabe wird durch die Randbedingungen (Art und Menge an Verunreinigungen; Material, Oberfläche und Geometrie des Bauteils, Anforderung an die zulässige Restverschmutzung) festgelegt und symbolisiert den Sinner’schen Kreis als Ganzes. Damit geht die Reduzierung in der Leistung einer Komponente immer zu Lasten einer oder mehrerer anderer Komponenten. So kann z. B. eine verringerte Konzentration einer Chemikalie möglicherweise durch eine verlängerte Reinigungszeit und/oder eine höhere Temperatur und/oder eine Verstärkung der Reinigungsmechanik ausgeglichen werden, um ein gleichwertiges Ergebnis zu erzielen. Welches die effektivste Kombination ist, bestimmen Aufwand und Kosten für den Gesamtprozess.

Jedes Reinigungsverfahren soll insgesamt Bauteil-schonend und möglichst materialunspezifisch sein und darf angrenzende Systemkomponenten nicht beeinträchtigen. In der industriellen Teilereinigung sind Verfahren mit flüssigen Medien gefolgt von Strahlverfahren am weitesten verbreitet (siehe Bilder unten).

Hierbei ist zu beachten, dass Strahlverfahren vielfach eher als Oberflächenbearbeitungs- statt als Reinigungsverfahren betrachten werden. Die Reinigungsmittel für die Reinigungsverfahren mit flüssigen Medien lassen sich wiederum in wässrige (alkalisch, neutral, sauer) und organische Lösemittel unterscheiden (siehe Bild unten).

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