Dr. Malte Zimmer, Präsident des europäischen Dachverbands CETS und Ressortleiter Umwelt- und Chemikalienpolitik des ZVO, sowie ZVO-Politikleiter Lukas Hanstein nahmen Anfang Mai an Gesprächen mit Vertretern der EU-Kommission, Industrie, Wissenschaft und NGOs in Sevilla teil. Thema war der aktuelle PFAS-Beschränkungsvorschlag der Europäischen Chemikalienagentur ECHA.
Industrie setzt auf technische Lösungen
Nach Angaben des ZVO wurden auf der Veranstaltung zahlreiche technische Verfahren vorgestellt, mit denen sich PFAS identifizieren, Emissionen reduzieren und Stoffe kontrolliert zerstören lassen. Viele dieser Technologien befänden sich bereits im industriellen Einsatz oder kurz vor der Skalierung, so der Verband.
Aus Sicht des Verbands zeigt dies, dass differenzierte regulatorische Ansätze möglich seien und pauschale Verbote nicht alternativlos seien. Besonders für die Oberflächentechnik seien PFAS in bestimmten Anwendungen derzeit technisch nur schwer ersetzbar, etwa bei hohen Anforderungen an Temperaturbeständigkeit oder chemische Stabilität.
ZVO warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Der ZVO verweist auf mögliche Folgen eines umfassenden PFAS-Verbots, darunter Produktionsverlagerungen, steigende Kosten, der Verlust industrieller Wertschöpfung sowie neue Abhängigkeiten von außereuropäischen Märkten. Gleichzeitig würde ein Verbot laut Verband nicht zwangsläufig zu einer globalen Reduktion von PFAS führen, sondern könnte Produktionen in Regionen mit geringeren Umweltstandards verlagern.
Forderung nach technologieoffener Regulierung
ZVO und CETS sprechen sich daher für eine wissenschaftsbasierte und technologieoffene Regulierung mit realistischen Übergangsfristen aus. Das Ziel müsse sein, Umwelt- und Gesundheitsschutz mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit und technologischer Souveränität in Europa zu verbinden.


