Im Rahmen der aktuellen Konsultation des Ausschusses für sozioökonomische Analyse (SEAC) der Europäischen Chemikalienagentur ECHA hat SPECTARIS mehrere Stellungnahmen eingereicht. Im Mittelpunkt steht die Kritik an der geplanten pauschalen Regulierung von mehr als 10.000 PFAS-Verbindungen.
Fluorpolymere für viele Anwendungen unverzichtbar
Besonders kritisch bewertet der Verband die Einbeziehung von Fluorpolymeren. Für zahlreiche Anwendungen in der Medizintechnik, Analytik, Photonik und Halbleiterfertigung stünden derzeit keine technisch gleichwertigen Alternativen zur Verfügung.
In der Medizintechnik betrifft dies unter anderem diagnostische Systeme, Komponenten für minimalinvasive Anwendungen sowie Produkte mit hohen Anforderungen an Sterilität, Biokompatibilität und chemische Beständigkeit. Nach Angaben von SPECTARIS könnten rund 150.000 etablierte Medizinprodukte von den geplanten Regelungen betroffen sein. Auch in der Analysen-, Bio- und Labortechnik spielen PFAS-haltige Komponenten eine wichtige Rolle, beispielsweise in Messgeräten, Membranen, Dichtungen oder Fluidsystemen. Gleichzeitig seien die betroffenen Branchen selbst an der Entwicklung von Alternativen sowie an der Messung und Überwachung von PFAS beteiligt.
Folgen für Photonik und Halbleiterindustrie
Für die Photonik und Halbleiterindustrie sieht SPECTARIS ebenfalls erhebliche Risiken. PFAS werden dort unter anderem in Reinraumprozessen, Spezialoptiken, Beschichtungen und Lasersystemen eingesetzt. Der Verband befürchtet Wettbewerbsnachteile für europäische Zukunftstechnologien in Bereichen wie Quantentechnik, Sensorik, Medizintechnik oder Raumfahrt.
Verband fordert differenzierte Regulierung
SPECTARIS spricht sich deshalb für eine stoff- und risikobezogene Bewertung einzelner PFAS-Gruppen aus. Insbesondere bei Anwendungen mit kontrollierten oder vernachlässigbaren Emissionen müssten technologische Machbarkeit, Innovationsfähigkeit und Versorgungssicherheit stärker berücksichtigt werden.
Zudem verweist der Verband auf hohe Umstellungskosten, lange Entwicklungs- und Zulassungszyklen sowie mögliche Verlagerungen von Forschung und Produktion außerhalb Europas. Aus Sicht von SPECTARIS sind daher angemessene Übergangsfristen und differenzierte Ausnahmeregelungen erforderlich.


