Lhyfe hat in Baden-Württemberg seinen ersten kommerziellen Produktionsstandort in Deutschland eingeweiht. Mit einer installierten Leistung von 10 MW ist die Anlage in Schwäbisch Gmünd die derzeit größte kommerzielle Produktionsstätte für erneuerbaren Wasserstoff in Deutschland. Sie kann bis zu vier Tonnen Wasserstoff pro Tag erzeugen und ist vollständig auf den freien Markt ausgerichtet.
Der Standort ist Lhyfes vierte Produktionsanlage und zugleich die erste außerhalb Frankreichs. Die Produktion erfolgt mittels Wasserelektrolyse unter Einsatz erneuerbarer Energie. Die RFNBO-Zertifizierung (Renewable Fuel of Non-Biological Origin) wurde im September 2025 erteilt und bestätigt die Einhaltung der europäischen Vorgaben gemäß Erneuerbare-Energien-Richtlinie sowie EU-Taxonomie.
Produktion für Industrie und Mobilität
Vier Tonnen erneuerbarer Wasserstoff pro Tag reichen aus, um rund 100 Lkw täglich über etwa 400 Kilometer CO₂-frei zu betreiben. Neben Anwendungen im Schwerlastverkehr adressiert Lhyfe insbesondere industrielle Abnehmer, die fossile Energieträger oder grauen Wasserstoff ersetzen möchten – etwa in der Chemie-, Stahl- oder Glasindustrie.
Ein Liefervertrag mit H2 Mobility zur Versorgung regionaler Wasserstofftankstellen wurde bereits abgeschlossen. Darüber hinaus ist vorgesehen, das geplante Industriegebiet „H2-Aspen“ in Schwäbisch Gmünd zu beliefern. Zur Sicherstellung der erneuerbaren Stromversorgung wurden Power Purchase Agreements (PPA) mit deutschen Energieerzeugern geschlossen, darunter EDPR.
Containerbauweise und integrierte Logistik
Die Anlage wurde in modularer Containerbauweise realisiert. Die sogenannten Stacks decken den gesamten Produktionsprozess ab: Stromumwandlung, Wasseraufbereitung, Elektrolyse, Reinigung, Verdichtung und Abfüllung. Mit eigenen Befüllstationen und einer Trailerflotte gewährleistet Lhyfe eine kontinuierliche Versorgung.
Das Unternehmen betreibt europaweit 70 moderne Tube-Trailer mit Kapazitäten zwischen 380 und 1.000 Kilogramm Wasserstoff und zählt damit zu den größten Anbietern im Bereich mobiler Wasserstofflogistik. Im Jahr 2024 wurden über 470 Lieferungen in Europa mit einer Servicequote von 99 Prozent durchgeführt.
Förderprojekt der Modellregion H2-Wandel
Das Projekt ist Teil der Modellregion „H2-Wandel – Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg“. Es wird vom Land Baden-Württemberg mit 2,1 Millionen Euro sowie von der Europäischen Union über den EFRE-Fonds mit 4,3 Millionen Euro gefördert. Mit dem neuen Standort baut Lhyfe seine Aktivitäten in Deutschland weiter aus. Das Unternehmen ist seit 2020 vor Ort präsent und beliefert seit 2023 Kunden mit erneuerbarem Wasserstoff.


