Chlor-Alkali-Technologie: thyssenkrupp nucera meldet Großauftrag und Anlage in Südkorea in Betrieb

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Während thyssenkrupp nucera im ersten Quartal 2025/26 einen Umsatzrückgang verzeichnet, stärkt ein Großauftrag im Nahen Osten das Chlor-Alkali-Geschäft. Parallel ging im lezten Jahr in Südkorea eine neue Anlage zur integrierten Chlor- und MDI-Produktion in Bertrieb.

Im Segment Chlor-Alkali (CA) erzielte thyssenkrupp nucera im ersten Quartal 2025/26 Neuaufträge in Höhe von 70 Mio. Euro (Vorjahr: 89 Mio. Euro). Ein im Dezember 2025 unterzeichneter Großauftrag für ein Neubauprojekt im Nahen Osten im hohen zweistelligen Millionenbereich wird im zweiten Quartal verbucht. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den bislang größten Chlor-Alkali-Neubauauftrag der Firmengeschichte.

Der CA-Auftragsbestand lag zum 31. Dezember 2025 bei 302 Mio. Euro. Der Umsatz im Segment erreichte 70 Mio. Euro (Vorjahr: 108 Mio. Euro), das EBIT 8 Mio. Euro (Vorjahr: 16 Mio. Euro). Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen im Chlor-Alkali-Geschäft einen Umsatz zwischen 320 Mio. und 400 Mio. Euro.

Anlage in Südkorea: Integration von Elektrolyse und MDI-Produktion

Parallel dazu hat Kumho Mitsui Chemicals (KMCI) in Yeosu, Südkorea, eine Chlor-Alkali-Anlage mit Elektrolyseuren der Generation e-BiTAC v7 in Betrieb genommen. Die von thyssenkrupp nucera konzipierte und gelieferte Anlage verfügt über eine Chlor-Produktionskapazität von 60.000 t/a.

Das produzierte Chlor wird für die Herstellung von Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) eingesetzt und ersetzt bisherige Importe. Zudem wird Dünnsole aus dem MDI-Prozess in der Elektrolyse weiterverwertet. Damit wird ein Nebenstrom in den Produktionskreislauf integriert, was die Abwassermengen reduziert und zur Einhaltung von Umweltauflagen beiträgt.

Relevanz für die Beschichtungstechnik

MDI ist ein zentraler Ausgangsstoff für Polyurethane, die unter anderem in Lacken, Beschichtungen und Bindemittelsystemen eingesetzt werden. Polyurethanbeschichtungen finden Anwendung im Korrosionsschutz, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automobilindustrie. Auch Chlor und weitere Produkte der Chlor-Alkali-Elektrolyse sind wichtige Vorprodukte für Epoxidharze, Additive und Zwischenprodukte der Beschichtungschemie. Investitionen in die Chlor-Alkali-Infrastruktur wirken sich damit mittelbar auf Verfügbarkeit, Wertschöpfungstiefe und Versorgungssicherheit entlang der Beschichtungs-Wertschöpfungskette aus.

Fokus auf Technologieportfolio und F&E

Konzernweit sank der Umsatz im ersten Quartal 2025/26 um 44 Prozent auf 147 Mio. Euro. Das EBIT lag bei –4 Mio. Euro. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 31 Prozent auf 9 Mio. Euro. Vorgestellt wurden unter anderem weiterentwickelte BM- und BiTAC-Elektrolyseure sowie Konzepte für Hochtemperatur- und Hochdruckelektrolyse.

Die aktuellen Projekte unterstreichen die Bedeutung des Chlor-Alkali-Geschäfts als stabilisierendes Segment im Portfolio des Elektrolyse-Spezialisten – insbesondere vor dem Hintergrund schwankender Projektvergaben im Bereich grüner Wasserstoff.

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