Audi treibt den Einsatz von künstlicher Intelligenz auch in der Lackiererei weiter voran. Am Standort Neckarsulm werden derzeit mehrere datenbasierte Anwendungen getestet, die lacktechnische Prozesse stabilisieren, Energieeinsatz reduzieren und die Qualitätssicherung unterstützen sollen.
Ein zentraler Ansatz ist die Anwendung ProcessGuardAIn zur Prozessüberwachung. In der Lackiererei kommt das System aktuell in zwei Pilotprojekten zum Einsatz: bei der Dosierungsoptimierung in der Vorbehandlung sowie bei der Anomalieerkennung in der kathodischen Tauchlackierung (KTL). Auf Basis von Maschinen- und Sensordaten überwacht das System die Prozesse in Echtzeit und erkennt Abweichungen frühzeitig. Der Übergang in den Serienbetrieb ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen.
Trocknungsprozesse ressourcenschonender steuern
Darüber hinaus testet Audi eine auf künstlicher Intelligenz basierende Steuerung von Längstrocknern in der Lackiererei. Bestehende Regler für Temperatur und Luftmenge werden dabei an ein intelligentes System angebunden, das Prozessparameter kontinuierlich analysiert und anpasst. Ziel ist es, schneller auf veränderte Bedingungen reagieren zu können und den Trocknungsprozess möglichst energieeffizient zu gestalten. Bis Sommer 2026 untersucht Audi, welches Einsparpotenzial sich dadurch im laufenden Betrieb realisieren lässt.
Die Anwendungen sind Teil einer übergeordneten Digitalisierungsstrategie, mit der Audi datenbasierte Methoden stärker in die Produktionsprozesse integriert. Für die Lackiererei sollen Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz künftig sowohl die Prozessstabilität erhöhen als auch manuelle Eingriffe reduzieren.


