Qualität und Kosten im Griff – mit drei cleveren Automatisierungslösungen

Anzeige Top-Story | Erstellt von SI

Wie kann eine Oberfläche zugleich perfekt aussehen, dauerhaft halten und kosteneffizient produziert werden? Die Antwort liegt in intelligenten Automatisierungs- und Analysetechnologien, die jeden Prozessschritt im Blick behalten.

Wiederholgenaue Prozesse lassen sich mit Automatisierung umsetzen, und für die Oberflächentechnik stellte auf der DFO Fachtagung „European Automotive & Plastics Coating“ Tobias Eid, Leiter Innovation und Technologie bei der Asis GmbH in Landshut, gleich drei Ansätze vor: Erstens für Lackfreigaben im Laborbereich, zweitens für die End-of-Line-Qualitätskontrolle, und drittens für das automatische Finish.

Für die Lackfreigaben hat Asis einen automatischen Messtisch mit einem Roboter als Manipulator entwickelt. „Wir nehmen einen Roboter statt Portalachsen: Das führt dazu, dass wir genauer und schneller sind. Außerdem sind Service und Support einfacher“, sagt Eid.

Roboter punktet bei kleinen Abständen zwischen den Messpunkten

Mit dem Roboter laufen die Messungen vor allem bei sehr kleinen Abständen zwischen den Messpunkten deutlich schneller als mit einem X-Y-Koordinatenmesstisch. Außerdem lassen sich die Messgeräte frei auf der Oberfläche positionieren, sogar in beliebigen Winkeln, was beim klassischen Messtisch nicht möglich ist.

Für die Serienproduktion von Automobil-OEMs und -Zulieferern hat Asis die Surface-Detect-Zellen entwickelt. Sie ermöglichen eine hohe Farbpräzision bei Anbauteilen durch automatisierte Messung, vermeiden manuelle Fehler, verringern den Personalaufwand, erkennen frühzeitig Farbabweichungen bei Zulieferern und bieten eine Warenausgangskontrolle mit dokumentierter Qualitätsprüfung.

Der dritte automatisierbare Prozess ist für Eid das Finishing. Bisher werden sichtbare Defekte in der Lackierung manuell entfernt. „Manuelle Prozesse bedeuten, dass die Qualität schwankt, sie sind nicht richtig wiederholgenau. Außerdem erzeugen wir keine Daten: Wir wissen nicht genau, wo die Fehler sind, was es für Fehler sind und wie sie bearbeitet wurden“, berichtet der Leiter Innovation und Technologie. Nicht zuletzt ist das Finishen eine anspruchsvolle und anstrengende Arbeit. „Für uns hat der Prozess nach einer Automation geschrien“, sagt Eid. Mittlerweile hat Asis mehrere Systeme bei OEMs installiert.

Zusatzkontrolle durch Randwinkelmessung

Über das Thema Oberflächenanalyse und Qualitätssicherung durch Randwinkelmessung berichtete auf der DFO-Fachtagung „European Automotive & Plastics Coating“ Dr. Maximilian Krötz, Business Development Manager bei der Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH in Mühlhausen. Das Verfahren dient zur Kontrolle der Adhäsionsfähigkeit einer Oberfläche, indem sie das Benetzungsverhalten von Flüssigkeiten auf der Substratoberfläche betrachtet: Je größer die Kontaktfläche einer Flüssigkeit auf dem Substrat ist, desto niedrigerer ist der Randwinkel. Für eine gute Beschichtung ist eine gute Benetzung nötig, also die Fähigkeit, eine große Kontaktfläche auf der Oberfläche auszubilden. Das zeigt eine hohe Oberflächenenergie an.

Fazit

Wer in der Oberflächentechnik auf höchste Qualität, stabile Prozesse und geringere Kosten setzt, profitiert von der Kombination aus Robotik, automatisierter Messtechnik und ergänzender Analyse. Die Beispiele zeigen, wie sich Innovationen nahtlos in den Produktionsalltag integrieren lassen – und dabei gleich mehrfach auszahlen.

Lesetipp

In der mo 8-9 / 2025 sowie auf oberflaeche.de lesen Sie im September eine ausführliche Version dieses Artikels.

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