Iran-Krieg: Kritische Rohstoffe haben sich um bis zu 100 Prozent verteuert!

Anzeige Top-Story | Korrosionsschutz | Lackieren | Pulverbeschichten | Erstellt von CB/SP

Der Iran-Krieg treibt Ölpreise, Logistikkosten und Rohstoffrisiken weltweit nach oben. Während Teile der US-Öl- und Gasindustrie kurzfristig profitieren, ist zu erwarten, dass die strategischen Fehlkalkulationen in Washington langfristige und erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben werden. Der VdL warnt vor starken Belastungen für die Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie.

Mit jedem weiteren Kriegstag am Golf verdichtet sich der Eindruck, dass die USA in eine Eskalation geraten sind, deren Strategien und politischen Ziele deutlich unschärfer definiert sind als die ökonomischen Folgen, die sich derzeit manifestieren. Experten sehen ohne Bodenoperationen und einen Zugriff auf die iranische Ölinfrastruktur wenig plausible Optionen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, ohne dass der Iran zu einer Hegemonialmacht am Golf werden könnte. Eine zeitnahe Lösung des Konfliktes und eine Entlastung bei den Energiepreisen rückt jedenfalls in immer weitere Ferne. Für die Weltwirtschaft sind die Entwicklungen schon jetzt hochrelevant. Die Wirkung der größten koordinierten Freigabe von strategischen Ölreserven in der Geschichte der Internationalen Energieagentur Anfang März ist inzwischen längst wieder abgeflaut. Außerdem ist davon auszugehen, dass bei einer anhaltenden Blockade der Öllieferungen weitere Steigerungen erwartbar sind. Derzeit liegt der Rohölpreis bei rund 115 Dollar je Barrel Brent; die US-Referenzsorte WTI notiert bei etwa 102 Dollar. Am letzten Handelstag vor den Angriffen auf den Iran schloss Brent bei etwa 72,5 Dollar je Barrel, WTI bei rund 67,0 Dollar.

Kurzfristig eröffnet dieser Preisschub ausgerechnet Teilen der US-Öl- und Gasindustrie zusätzliche Spielräume. Die US-Energiebehörde EIA erwartet mehr amerikanische Rohölförderung, und auch Citi sieht bei anhaltend erhöhtem Preisniveau nachhaltige Impulse für zusätzliche Bohraktivität im Schieferölsektor. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Petrochemische Abhängigkeit erhöht Kostendruck

Von den hohen Energiepreisen und auch von petrochemischen Rohstoffen ist leider die Oberflächenbranche ganz besonders betroffen. Vor diesem Hintergrund warnt nun auch der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie vor den zunehmend spürbaren Folgen für die eigene Branche. Für die Hersteller von Farben, Lacken und Druckfarben verteuern steigende Rohölpreise zentrale Vorprodukte wie Bindemittel, Lösungsmittel, Harze und Additive unmittelbar. Nach Angaben des Verbands haben sich mehrere kritische Rohstoffe binnen kurzer Zeit um bis zu 100 Prozent verteuert.

Logistik und Beschaffung zunehmend unsicher

Hinzu kommen wachsende Störungen in der Beschaffung. Wie der VdL mitteilt, wird die Route über das Rote Meer aktuell gemieden; stattdessen erfolgt der Transport vielfach über den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung, was Transitzeiten um 10 bis 14 Tage verlängert. Gleichzeitig steigen Frachtraten und Prämien für Kriegsrisikoversicherungen, auch die Luftfracht wird durch gesperrte Lufträume und Umleitungen teurer und unberechenbarer. Für die Unternehmen bedeutet das höhere Logistikkosten, längere Laufzeiten und sinkende Planungssicherheit in einer ohnehin gedämpften Marktlage.

Parallel zu den Preisentwicklungen geraten auch die globalen Lieferketten unter Druck. Verlängerte Transportzeiten im Seeverkehr wirken sich insbesondere auf Importe aus Asien aus. Hintergrund ist die eingeschränkte Nutzung der Route durch das Rote Meer. Viele Transporte werden derzeit über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet, was zu Verzögerungen von etwa 10 bis 14 Tagen führt.

Zusätzlich steigen die Frachtraten sowie die Kosten für Transportversicherungen. Auch im Luftverkehr kommt es durch gesperrte Lufträume und Umleitungen zu längeren Laufzeiten und geringeren verfügbaren Kapazitäten. Für die Unternehmen bedeutet dies steigende Logistikkosten und eine sinkende Planbarkeit in der Beschaffung.

Anhaltende Belastungen für die Branche erwartet

Der Iran-Krieg wirkt damit für die Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie nicht nur als weiterer externer Belastungsfaktor, sondern als Verstärker bestehender struktureller Probleme. Aus Sicht des Verbands ist sogar davon auszugehen, dass das volle Ausmaß der Folgen die Branche erst noch erreichen wird – und dass die Auswirkungen weit über ein mögliches formales Ende der Kampfhandlungen hinaus spürbar bleiben werden.

cb

.

Zurück