Ineos legt letzte großtechnische Acetyls-Anlagen Europas still

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Ineos setzt den Betrieb seiner drei Acetyls-Anlagen im britischen Hull auf unbestimmte Zeit aus. Die hohen europäischen Gaspreise machen die Produktion wirtschaftlich nicht mehr wettbewerbsfähig. Betroffen sind die letzten verbliebenen großtechnischen Acetyls-Produktionsanlagen Europas.

Der Chemiekonzern Ineos stellt die Produktion an seinen drei großtechnischen Acetyls-Anlagen in Hull vorläufig ein. Zwei Anlagen hatten ihren Betrieb zum Zeitpunkt der Ankündigung bereits eingestellt, die dritte sollte kurz darauf folgen. Die Werke produzieren chemische Zwischenprodukte für zahlreiche europäische Industriezweige, darunter die Beschichtungs- und Klebstoffindustrie sowie die Pharma- und Bauindustrie. Die drei Anlagen und die damit verbundenen Aktivitäten stehen für knapp 4.000 qualifizierte Arbeitsplätze einschließlich Ausbildungsprogrammen..

Ausschlaggebend für die Betriebsaussetzung sind die hohen europäischen Erdgaspreise. Gas wird am Standort sowohl zur Energieversorgung als auch als Rohstoff im Produktionsprozess eingesetzt. Die europäischen Gaspreise liegen inzwischen beim Zwölffachen des US-amerikanischen Niveaus. Gegenüber der kohlebasierten Produktion in China beträgt der Kostenfaktor acht.

Energiepreise gefährden europäische Chemieproduktion

„Mit Gaspreisen, die inzwischen zwölfmal so hoch sind wie in den USA und achtmal so hoch wie in China, können wir schlicht nicht konkurrieren“, erklärt Sir Jim Ratcliffe, Chairman von Ineos.

Der Konzern hat wiederholt in die Anlagen in Hull investiert, um deren Effizienz und CO₂-Bilanz zu verbessern. Die dort produzierten chemischen Zwischenprodukte weisen einen halb so hohen CO₂-Fußabdruck auf wie vergleichbare Produkte aus den USA. Gegenüber chinesischer Produktion liegt der Wert bei einem Achtel.

Mit der vorläufigen Stilllegung werden die letzten verbliebenen großtechnischen Produktionskapazitäten für diese Acetyls-Zwischenprodukte in Europa außer Betrieb genommen. Die Entwicklung betrifft auch europäische industrielle Wertschöpfungsketten, die auf chemische Grund- und Zwischenprodukte angewiesen sind.

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