Die neue Richtlinie zum Industriestrompreis für die Jahre 2026 bis 2028 sieht Zuschüsse für strom- und handelsintensive Unternehmen vor. Die soll energieintensive Produktion in Deutschland sichern, Carbon Leakage vermeiden und Investitionen in Dekarbonisierung sowie flexible Energienutzung fördern. Die Förderung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als nicht rückzahlbarer Zuschuss.
WZ-2025-Regelung schafft mehr Planungssicherheit
Für Unternehmen der Oberflächentechnik besonders relevant ist die Berücksichtigung sowohl der Wirtschaftszweige nach WZ 2008 als auch nach WZ 2025. Damit wird eine zentrale Unsicherheit im Zusammenhang mit der Umstellung der Wirtschaftsziffern entschärft. Viele Betriebe der Galvano- und Beschichtungstechnik haben bereits auf die neue Klassifikation umgestellt.
Nach Angaben des ZVO wurde diese Öffnung gegenüber Politik und Behörden intensiv eingefordert. Maßgeblich für die Förderfähigkeit ist laut Richtlinie der Tätigkeitsschwerpunkt an der jeweiligen Abnahmestelle. Dadurch können insbesondere stromintensive Produktionsbereiche berücksichtigt werden.
Förderhöhe orientiert sich am Stromverbrauch
Die Entlastung basiert auf einem Zielstrompreis von 50 Euro pro Megawattstunde. Zusätzlich kann ein Flexibilitätsbonus gewährt werden, wenn Unternehmen in flexible Stromnutzung investieren. Förderfähig sind unter anderem klassische Galvanikbetriebe, Oberflächenveredler, Wärmebehandler, Verzinkereien und andere stromintensive Produktionsstandorte.
Voraussetzung ist unter anderem, dass mindestens 50 Prozent der Förderung in Dekarbonisierungsmaßnahmen investiert werden. Dazu zählen etwa energieeffizientere Produktionsprozesse, Lastmanagement, Abwärmenutzung oder intelligente Steuerungssysteme.
Unternehmen sollten Förderfähigkeit jetzt prüfen
Der ZVO empfiehlt Unternehmen, kurzfristig ihre hinterlegte Wirtschaftsziffer, Stromverbrauchsdaten sowie mögliche Dekarbonisierungsprojekte zu prüfen und die elektronische Antragstellung beim BAFA vorzubereiten.
Der Verband bewertet die Einführung des Industriestrompreises grundsätzlich positiv, verweist aber zugleich darauf, dass viele Bereiche der Oberflächentechnik bereits weitgehend elektrifiziert seien und zusätzliche Elektrifizierungspotenziale begrenzt sein könnten.


