Erfolgreiches 35. Dresdner Pulversymposium mit 270 Teilnehmern und einer wichtigen Nachricht

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Das 35. Dresdner Pulversymposium zeigte wieder einmal die technologische Bandbreite moderner Pulverbeschichtung – von Automatisierung und Prozessmesstechnik über Vorbehandlung und Korrosionsschutz bis hin zu Energieanalyse und Retrofit. Außerdem gab Dr. Thomas Herrmann bekannt dass das IFO Institut für Oberflächentechnik die Dr. Herrmann GmbH und das Dresdner Pulversymposium übernehmen wird.

Für viele war es eine durchaus überraschende und bewegende Mitteilung: Dr. Thomas Herrmann, der vor mehr als 35 das Dresdner Pulversymposium von einer kleinen Runde zu einer der größten Veranstaltungen der Branche aufbaute, zieht sich mit dem Abschluss des diesjährigen Forums aus dem aktiven Tagesgeschäft der Veranstaltung und ab Sommer aus der Dr. Herrmann GmbH zurück. Das IFO Institut übernimmt künftig nicht nur die fachliche und strukturelle Trägerschaft des Forums, sondern auch die Dr. Herrmann GmbH mit allen Mitarbeitern. Die Dr. Herrmann GmbH wird übrigens ihren Namen behalten und zur Außenstelle des IFO Instituts in Dresden. So ganz zieht sich der Gründer des Pulversymposiums aus der Branche aber noch nicht zurück, er wird für die nächsten Veranstaltungen noch als inhaltlicher Berater zur Verfügung stehen und auch als Gutachter will er noch tätig sein. Erfahren Sie mehr in unserem Video-Interview mit Dr. Herrmann und IFO Geschäftsführer Michael Müller.

Von Automatisierung bis Vorbehandlung

Auch dieses Jahr bot die Veranstaltung eine große thematische Spannweite relevanter Themen – von der partiellen Pulverbeschichtung ohne manuelle Arbeit über Biobasierte Pulverlacke für industrielle Anwendungen bis zu einem neu vorgestellten photothermischen Verfahren zur Schichtdickenmessung. Gewinnen Sie einen Eindruck mit unseren Video-Impressionen. Auch Energiethemen standen selbstverständlich auf der Agenda, ein Beitrag knüpfte an eine der drängendsten Fragen der Branche an: Wie lassen sich Ofen- und Trocknungsprozesse energetisch optimieren, ohne Produktionssicherheit und Durchsatz zu gefährden? In den Diskussionen wurde deutlich, dass Einsparpotenziale nicht allein in der Umstellung von Energieträgern liegen, sondern vor allem in der Prozessführung, in Lastprofilen und in der gezielten Reduktion von Leerlaufzeiten. Die Debatte verlagerte sich weg von pauschalen Effizienzversprechen hin zu detaillierten Analysen konkreter Anlagenzustände.Auch die mitunter dramatischen Effizienzgewinne durch optimierte Aufhängesysteme wurden beleuchtet.

Biobasierte Pulverlacke – Nachhaltigkeit jenseits des Marketings

Mit dem Vortrag zu biobasierten Pulverlacken wurde die Rohstoffseite adressiert. Hier ging es nicht um rein formale „Green“-Labels, sondern um die tatsächliche industrielle Einsetzbarkeit alternativer Bindemittelsysteme. Im Zentrum stand die Frage, inwieweit biogene Rohstoffanteile ohne Einbußen bei Korrosionsschutz, mechanischer Beständigkeit oder Langzeitstabilität realisierbar sind. Deutlich wurde: Nachhaltigkeit muss technisch belastbar sein – insbesondere in Branchen mit hohen Anforderungen an Witterungs- und Chemikalienbeständigkeit.

Automatisierung und Serienfertigung

Mehrere Beiträge, darunter die Vorstellung effizienter Serienfertigung großvolumiger Komponenten sowie die Diskussion zur erfolgreichen Automatisierung von Pulverbeschichtungsprozessen , machten deutlich, dass Personalknappheit und Qualitätsdruck zu einer weiteren Technologisierung der Linien führen wird. Automatisierung wird dabei nicht mehr nur als Rationalisierungsinstrument verstanden, sondern als Mittel zur Prozessstabilisierung und Reproduzierbarkeit.

Podiumsdiskussion: Empfindlich oder robust?

Besonders prägnant war die Podiumsdiskussion „Pulverbeschichtung – schön, aber empfindlich?“ Zwei Gerichtsgutachter zeigten dass Pulverbeschichtungen grundsätzlich sehr robust sind und nur bei Verfahrensfehlern eine gewisse Empfindlichkeit entwickeln. Sie beleuchteten typische Schadensbilder, deren Ursachen und deren juristische Bewertung. Insbesondere machten sie deutlich, dass alle Prozessbeteiligten vom Lackhersteller über den Beschichter bis zum Fassadenreiniger Teil der Ermittlungskette sein müssen.

Fazit: Zukunftsgerichtete Themen, gute Diskussionen

Das 35. Dresdner Pulversymposium zeigte keine einseitige Technologiedebatte, sondern ein komplexes Bild einer Branche im Umbau. Energieeffizienz, neue Vorbehandlungssysteme, biobasierte Materialien, Inline-Messtechnik, Automatisierung und Retrofit wurden intensiv diskutiert.

Mit der Übernahme durch das IFO Institut steht dem Dresdner Pulversymposium nun eine langfristige Zukunft offen – und 2027 dürfen die Besucher auf das 36. Pulversymposium gespannt sein – vom 28. bis 29.Januar nächsten Jahres dann erstmals unter der Leitung der IFO / QUBUS-Gruppe.

 

Interview: Dr. Thomas Herrmann und IFO Geschäftsführer Michael Müller über die Übernahme von Pulversymposium und der Dr. Herrmann GmbH

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