Die Dürr Systems AG hat mit EcoNextJet ein neues Applikationssystem entwickelt, das individuelle Designs direkt in den automobilen Lackierprozess integriert. Grafiken, Muster oder Schriftzüge werden ohne Folien und manuelle Zwischenschritte direkt auf die Fahrzeugoberfläche gedruckt. Nach dem Klarlackauftrag sind die Motive in die Lackschicht eingebunden.
Das System basiert auf einer Drop-on-Demand-Technologie. Ein am Lackierroboter montierter Druckkopf mit mehr als 2.000 einzeln ansteuerbaren Düsen gibt Lack punktgenau ab. Jede Düse arbeitet bedarfsgerecht, sodass pro Bildpunkt mehrere Tropfen erzeugt und während des Fluges gezielt zusammengeführt werden können. Dadurch entsteht ein hochauflösendes Druckbild mit bis zu 720 dpi bei einer Lackschichtdicke von rund fünf Mikrometern.
Präzision auf komplexen Geometrien
EcoNextJet bearbeitet horizontale und vertikale Flächen gleichermaßen. Eine Software berechnet den Roboterpfad und den exakten Auftreffpunkt der Tropfen auch auf gewölbten oder senkrechten Karosseriebereichen. Der zweikanalige Druckkopf erlaubt die Verarbeitung zweierFarben im selben Prozessschritt.
Im Vergleich zu konventionellen Dekorfolien entfallen zusätzliche Materialschichten und manuelle Arbeitsschritte. Ziel ist ein automatisierter Ablauf in der bestehenden Lackierlinie.
Entwicklungspartnerschaft für Serienanwendungen
Dürr verantwortete die Prozessintegration, Robotik und Softwareentwicklung. Der Lackhersteller Axalta entwickelte geeignete Lacksysteme für den Direktdruck, während XAAR den Druckkopf beisteuerte. Das System steht im Testcenter in Bietigheim-Bissingen für Validierungen und Anwendungstests bereit.


