Mit X.Cellify DC präsentiert Dürr ein Verfahren, das Elektroden aus einer trockenen Pulvermischung herstellt und damit auf Trocknungsöfen und Lösemittel verzichtet. Grundlage ist das Activated-Dry-Electrode-Verfahren des Partners LiCAP Technologies. X.Cellify DC bildet sämtliche Schritte der Trockenbeschichtung ab – von der Dosierung über die Filmbildung und Verdichtung bis zur Laminierung auf die Kollektorfolie. Der Proof of Concept bestätigt die Skalierbarkeit für Anwendungen im Gigawatt-Maßstab, zunächst für Lithium-Ionen-Batterien, perspektivisch auch für Feststoffbatterien.
Energieeinsparung und geringer Ausschuss
Gegenüber der konventionellen Nassbeschichtung reduziert das Verfahren laut Dürr den Flächenbedarf der Fertigung deutlich und senkt den Energieverbrauch durch den Wegfall der Trocknung. Ein zentrales Merkmal ist der freistehende Film, der während der Prozessschritte ohne Trägerfolie geführt wird. Entspricht er nicht den Spezifikationen, lässt er sich vollständig in den Materialkreislauf zurückführen, wodurch Ausschuss vermieden wird.
Filmbildung und Bahnführung
Die Filmbildung erfolgt über Kalandertechnik des Dürr-Tochterunternehmens Ingecal: Zunächst formt ein horizontaler Kalander das Pulver zu einem Film, weitere Walzstufen verdichten ihn auf definierte Dichte und Porosität. Erst im letzten Schritt wird der Film beidseitig auf die Kollektorfolie laminiert. Die spezielle Bahnführung senkt die beim Laminieren erforderliche Kraft und vermeidet Verformungen der Folie, was die Weiterverarbeitung bei Notching und Stacking verbessert.
Auf dem Weg zu Pilotprojekten
Dürr kombiniert in X.Cellify DC seine Systemintegration mit Präzisionskalandertechnik und der Trockenelektroden-Technologie von LiCAP. Das Unternehmen sucht Partner für industrielle Pilotprojekte, um das Verfahren in realen Produktionsumgebungen zu erproben.


