Kennzeichnungen sind in industriellen Fertigungs- und Beschichtungsprozessen unverzichtbar. Sie dienen der Identifikation, der Rückverfolgbarkeit und der Erfüllung regulatorischer Vorgaben. In der Praxis stehen Typen- und Kennzeichnungsschilder jedoch vor dem Problem, dass sie Lackierprozesse unbeschadet überstehen und zugleich flexibel sowie wirtschaftlich erzeugt werden müssen.
Die CCL Design GmbH Solingen hat dafür ein System aus Lackierschutzetiketten entwickelt, das auf Anwendungen in der Oberflächentechnik zugeschnitten ist. Je nach Verfahren, etwa bei KTL-Beschichtung, Pulverbeschichtung sowie Nass-, Industrie- oder Tauchlackierung, wirken mechanische, chemische und thermische Einflüsse auf die Kennzeichnungen ein. Typische Folgen sind überlackierte Druckbilder, eingeschränkte Lesbarkeit, zusätzlicher manueller Nachbearbeitungsaufwand und geringe Flexibilität bei variablen Daten.
Mehrschichtiger Aufbau für Lackierprozesse
Lackierschutzetiketten kombinieren Kennzeichnungs- und Schutzfunktion in einem Produkt. Während des Lackierprozesses schützt ein temporäres Laminat das Druckbild vor Überlackierung und Beschädigung. Nach dem Prozess wird dieses entfernt oder verbleibt als Oberflächenschutz, sodass das Etikett dauerhaft lesbar bleibt.
Mit Top Protect 2in1, 3in1 und 4in1 bietet das Unternehmen abgestufte Systeme für unterschiedliche Anforderungen. Top Protect 2in1 ist als wetterfeste Alternative zum Metallschild ausgelegt und verfügt über einen dauerhaften Oberflächenschutz. Die Systeme Top Protect 3in1 und 4in1 basieren auf individuell thermotransferbedruckbaren Typenetiketten mit mehrschichtigem Aufbau und ablösbarem Laminat. Während 3in1 für standardisierte Lackierverfahren vorgesehen ist, richtet sich 4in1 an anspruchsvolle oder mehrstufige Prozesse.
Druck, Software und Automatisierung
Der Ansatz geht über das Etikett selbst hinaus. Zum Konzept gehören auch passende Thermotransferdrucksysteme, Beschriftungssoftware und technischer Support. Variable Daten wie Typenschilder, Seriennummern oder sicherheitsrelevante Kennzeichnungen lassen sich damit direkt im Produktionsumfeld erzeugen. Vorgelagerte Druckstufen oder externe Dienstleister entfallen, was die Flexibilität erhöht und Durchlaufzeiten verkürzen kann.
Für Anwendungen mit höherem Durchsatz ist zudem eine Automatisierung des Laminierprozesses vorgesehen. Ein dafür ausgelegter Laminator soll eine gleichbleibende Qualität und eine reproduzierbare Verarbeitung der Lackierschutzetiketten unterstützen. Manuelle Arbeitsschritte lassen sich dadurch reduzieren.
Einsatzfelder in regulierten Anwendungen
Die Systeme sind für verschiedene industrielle Einsatzgebiete vorgesehen, darunter Anwendungen in der Automobilindustrie nach KBA-Merkblatt, in Elektro-, Elektronik-, Pneumatik- und Steuertechnik sowie für UL- und cUL/CSA-Kennzeichnungen. Auf der Paintexpo wurden entsprechende Lösungen bereits vorgestellt. Dort zeigte sich, dass Kennzeichnung in Lackier- und Beschichtungsprozessen zunehmend als integraler Bestandteil der Prozesskette betrachtet wird.



