AFOTEK Anlagen für Oberflächentechnik GmbH

Geschäftsfelder:
Generalunternehmer für Oberflächentechnik (Planung, Entwicklung und Bau maßgeschneiderter Lackier-, Pulverbeschichtungs-, Tauchlackieranlagen (KTL/ATL) und Kunststofflackieranlagen, Vorbehandlungs- und Trocknungstechnik, Fördertechnik, Automatisierung und Umwelttechnik)
Zielgruppen:
Allgemeinverarbeitende Industrie, Automobilzuliefererindustrie, Bau- und Landmaschinen, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrtindustrie, u.v.m.
Mitarbeiter:
ca. 100 MA
Jahresumsatz:
ca. 20 Mio. €
Gesprächspartner:
Kai Sinning, Mitglied der Geschäftsleitung
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
2025 konnten wir unser Umsatzniveau durch stabile Projektabwicklungen und einen starken Servicebereich sichern. Neben unserem klassischen Anlagenbau haben wir unsere Automatisierungs- und Digitalisierungsstrategie weiter vorangetrieben und energieeffiziente, automatisierte Lösungen für unsere Kunden umgesetzt.
Der frühere Krisenmodus ist für uns zur neuen Normalität geworden – jedoch im positiven Sinne. Wir haben unsere Prozesse gestärkt, Lieferketten stabilisiert und unser digitales Produktportfolio, einschließlich KI-Anwendungen, weiter ausgebaut. Diese Anpassungen machen uns heute deutlich resilienter und strategisch gut für die Zukunft aufgestellt.
Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Unsere Hauptmärkte in der DACH-Region und Zentraleuropa zeigten 2025 eine insgesamt stabile Nachfrage. Eine Vielzahl von ausgeplanten Projekten wurde jedoch aufgrund der Investitionszurückhaltung in Deutschland und unsicherer Rahmenbedingungen verschoben oder gestoppt. Gleichzeitig steigt das Interesse an Modernisierung und automatisierten Lösungen, sodass wir weiterhin mit einer soliden Auftragslage rechnen.
Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?
Für AFOTEK bleibt Nachhaltigkeit ein zentraler strategischer Faktor. Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind für unsere Anlagen sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll. Die neue Regierung bietet etwas mehr Flexibilität, doch praxisnahe Vorgaben und verlässliche Förderprogramme bleiben entscheidend. Wir setzen Nachhaltigkeit weiterhin pragmatisch um – orientiert an technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Marktbedarf.
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
Die internationale Handels- und Zollpolitik hat 2025 für Unsicherheit gesorgt. 2026 geht es darum, die Folgen zu begrenzen. China bleibt ein zentraler und attraktiver Markt, jedoch entwickeln sich die Handelsbeziehungen durch „De-Risking“-Strategien selektiver. Für die deutsche Industrie ist es daher wichtig, Märkte wie Südostasien oder Indien zu diversifizieren und Lieferketten breit aufzustellen, um flexibel und resilient auf globale Entwicklungen reagieren zu können.
Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?
Europas Bemühungen um mehr Unabhängigkeit in Fertigung und Energie sind entscheidend, da Lieferketten und Energiesysteme in Krisen anfällig sind. Strategien wie regionale Produktion („Nearshoring“), Investitionen in Forschung und Schlüsseltechnologien sowie der Ausbau erneuerbarer Energien stärken Resilienz und technologische Unabhängigkeit.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 was die Energiepreise angeht?
Für 2026 erwarten wir aus Sicht der Industrie, dass die Energiepreise sinken. Ziel ist es, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen und Anreize für Unternehmen zu liefern, in Deutschland zu investieren.
Sehen Sie Ansätze zum Bürokratieabbau in Deutschland/innerhalb Europas?
Ansätze zum Bürokratieabbau sind kaum erkennbar. Besonders energieintensive Industrien, Bauprojekte sowie neue Umwelt- und Dokumentationspflichten erhöhen den Verwaltungsaufwand. Lange Genehmigungen, komplexe Vorschriften und umfangreiche Meldepflichten belasten Unternehmen und erschweren Investitionen.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Wir gehen von einer konstanten Nachfrage in unseren Kernbereichen aus, während hoffentlich fallende Energiepreise und verbesserte Rahmenbedingungen am Standort Deutschland zusätzliche Investitionsanreize für unsere Kunden bieten.
Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?
Für 2026 erwarten wir eine stabile Nachfrage, getragen von der Modernisierung bestehender Produktionslinien und dem anhaltenden Trend zu effizienteren, nachhaltigeren Neuanlagen. Herausforderungen sehen wir in möglichen Handelshemmnissen und geopolitischen Spannungen, die Lieferketten verzögern oder Kosten erhöhen könnten.

