Rudolf-Jaeckel-Preis geht 2026 an Dr. Jörg Vetter

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Die Deutsche Vakuum-Gesellschaft (DVG) hat Dr. rer. nat. Jörg Vetter mit dem Rudolf-Jaeckel-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Vereinigung würdigt damit seine Arbeiten zu Grundlagen, technischen Entwicklungen und industrieller Anwendung von Vakuumbogenverdampfung, Hartstoff- und DLC-Schichten sowie Plasma- und Beschichtungstechnik.

Vetter wurde 1954 in Meißen geboren und studierte Physik an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt, der heutigen Technischen Universität Chemnitz. Dort promovierte er 1984 zum Dr. rer. nat. Bereits Mitte der 1980er-Jahre beschäftigte er sich wissenschaftlich mit Oberflächentechnik und Tribologie. Eine erste Patentanmeldung zur Vakuumbogenverdampfung folgte 1988.

1990 wechselte Vetter in die industrielle Forschung und Entwicklung. Bei Multi Arc, Metaplas, Sulzer Metaplas und später Oerlikon Balzers arbeitete er über mehr als drei Jahrzehnte an PVD- und PACVD-Verfahren und deren industrielle Anwendungen. Dabei umfasste seine Tätigkeit sowohl physikalische Grundlagen als auch die Entwicklung von Anlagen, Prozessen und Beschichtungssystemen.

Hochionisierte Plasmen und Hartstoffschichten

Zu seinen Arbeiten gehört die Entwicklung des Arc Enhanced Glow Discharge (AEGD). Das Verfahren dient der Erzeugung hochionisierter Plasmen und wird unter anderem zur Ionenreinigung und Plasmaunterstützung in PVD-Anlagen eingesetzt. Weitere Schwerpunkte bildeten AlTiN- und AlCrN-Hartstoffschichten sowie amorphe und diamantartige Kohlenstoffschichten einschließlich ta-C. Vetter beschäftigte sich früh mit der Überführung dieser Schichtsysteme in industrielle Beschichtungsanlagen. Hinzu kamen hybride Beschichtungsverfahren, darunter die Kombination von Bogenverdampfung mit HiPIMS.

Nach dem Ausscheiden aus der industriellen Forschung beschäftigt sich Vetter weiter mit Plasma- und Beschichtungstechnik. Seit 2023 ist er mit J.Vetter-S3-consulting selbstständig. Ein Schwerpunkt liegt auf der industriellen Weiterentwicklung von HiPIMS und dessen Kombination mit anderen hochionisierten Plasmaprozessen.

Parallel dazu beschäftigt sich Vetter mit dem von ihm mitentwickelten AEGD-Verfahren. Unter dem Titel „35 years AEGD: ion cleaning and plasma processing in PVD systems“ stellte er 2025 dessen Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten vor. Dazu zählen Anwendungen bei der Ionenreinigung und Plasmaunterstützung sowie bei Nitrier- und DLC-Prozessen.

Ein weiteres Arbeitsgebiet ist der Beitrag der Oberflächentechnik zur Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit industrieller Prozesse und Produkte. Damit reicht das Spektrum seiner heutigen Tätigkeit von der Weiterentwicklung hochionisierter Plasmaprozesse bis zur Frage, welchen Beitrag Beschichtungen zur Verlängerung von Bauteillebensdauern und zu nachhaltigeren technischen Anwendungen leisten können.

Engagement in Fachgesellschaften und Gremien

Neben seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit engagierte sich Vetter über viele Jahre in wissenschaftlichen Fachgesellschaften und technischen Gremien. Rund zwei Jahrzehnte gehörte er dem Vorstand der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e,V, (EFDS) an. Darüber hinaus wirkte er im Wissenschaftlichen Beirat der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) sowie in Fach- und Normungsgremien von VDI und DIN mit.

Mit dem Rudolf-Jaeckel-Preis würdigt die DVG damit Vetters Beiträge zur Vakuumbogenverdampfung und Beschichtungstechnik sowie deren Überführung in industrielle Anwendungen.

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