Generationswechsel bei VAPIC: Samuel Wolf übernimmt Mehrheitsanteile zum 1. Januar

Anzeige parts2clean_2025 | Video | Reinigen und Vorbehandeln |

Bei VAPIC steht ein Generationswechsel an: Zum 1. Januar 2026 übernimmt Samuel Wolf die Mehrheitsanteile Der bisherige Inhaber Reiner Wolf zieht sich schrittweise zurück. Samuel Wolf will die erfolgreiche Ausrichtung als Prozessanbieter fortführen und VAPIC strategisch weiterentwickeln – bei klarer Ausrichtung auf Energieeffizienz, Sonderanlagenbau und praxisnahe Anwendungskompetenz.

Beim Spezialisten für industrielle Teilereinigung VAPIC steht ein geordneter Generationswechsel an. Zum 1. Januar 2026 übernimmt Samuel Wolf die Mehrheitsanteile am Unternehmen und trägt damit künftig die unternehmerische Gesamtverantwortung. Wolf ist seit Februar 2017 bei VAPIC tätig und gehört seit April 2023 der Geschäftsführung an. In den vergangenen Jahren war er nach eigenen Angaben bereits intensiv in strategische und operative Entscheidungen auf Geschäftsleitungsebene eingebunden.

Bewusster Übergang

Der bisherige Inhaber und Firmengründer Reiner Wolf betont, dass der Übergang bewusst klar geregelt wurde. Ziel sei es gewesen, keinen schleichenden Übergang zu vollziehen, sondern einen klaren Schnitt mit eindeutigen Zuständigkeiten zu schaffen. Dazu gehöre auch, dass der Nachfolger nicht nur operativ, sondern auch kaufmännisch – einschließlich Bürgschaften – die volle Verantwortung übernimmt. Voraussetzung dafür sei eine Mehrheitsbeteiligung. Für Reiner Wolf ist dieser Schritt persönlich nicht einfach: Er hat das Unternehmen von einem Ein-Mann-Betrieb in der Garage zu einem Anbieter mit heute über 80 Mitarbeitern in Deutschland sowie rund zwölf Beschäftigten in Ungarn aufgebaut.

Trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht Reiner Wolf VAPIC gut aufgestellt. Das Unternehmen sei mit langen Lieferzeiten in die vergangenen schwierigen Jahre gestartet, verfüge inzwischen jedoch wieder über gut gefüllte Auftragsbücher. Nach aktueller Einschätzung könnte VAPIC für das Jahr 2026 weitgehend ausgelastet sein. Die vergangenen Jahre seien wirtschaftlich solide verlaufen, sodass ausreichend Substanz vorhanden sei, um auch schwierigere Phasen überstehen zu können.

Ganzheitliche Betrachtung des Reinigungsprozesses 

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt nach Aussagen beider Gesprächspartner im Geschäftsmodell. VAPIC versteht sich nicht primär als Maschinenlieferant, sondern als Anbieter kompletter Reinigungsprozesse. Sonderanlagenbau, Lohnreinigung und Reinigungschemie sind im Unternehmen unter einem Dach gebündelt. Jede Aufgabenstellung werde individuell analysiert, um die jeweilige Prozesskette optimal auszulegen. Hinzu kommen energieeffiziente Verfahrenstechniken, die aus einem früheren europäischen Patent hervorgegangen sind und bis heute eingesetzt werden. Diese ermöglichen einen deutlich reduzierten Energiebedarf und führen in vielen Fällen dazu, dass Kunden Fördermittel, etwa von der BAFA, in Anspruch nehmen können.

Samuel Wolf verweist zudem auf den hohen Automatisierungsgrad vieler Projekte. VAPIC realisiert nach eigenen Angaben komplexe Sonderanlagen, bei denen die eigentliche Reinigungsanlage teilweise nur einen Teil des Gesamtprojekts ausmacht. Dazu zählen automatisierte Handling- und Logistiklösungen, Lager- und Puffersysteme, Etikettier-, Kühl- und Stretchprozesse sowie Umschüttvorrichtungen für Gitterboxen mit unterschiedlichen Maschenweiten.

Eine besondere Rolle spielt bei VAPIC die Lohnreinigung. Dieser Bereich diente über viele Jahre vor allem als praxisnahes Anwendungs- und Erfahrungsfeld, um reale Verschmutzungen, Prozessgrenzen und Betreiberanforderungen zu verstehen. Wirtschaftlich stand die Lohnreinigung lange nicht im Vordergrund, lieferte jedoch wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Anlagenkonzepten und Reinigungschemie. Heute betreibt VAPIC mehrere Lohnreinigungsanlagen, die zugleich als Technikum unter realen Produktionsbedingungen genutzt werden.

Branchenseitig ist das Unternehmen breit aufgestellt. Zu den Kunden zählen Anwender aus der Automobilindustrie, der klassischen Mechanik sowie aus dem Bereich Haushalts- und Weißware. In den vergangenen Jahren ist zudem die Medizintechnik hinzugekommen, einschließlich Anwendungen mit hohen Stückzahlen. Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung plant VAPIC, sich in den kommenden zwei bis drei Jahren auch für medizintechnische Anforderungen zertifizieren zu lassen.

Mitarbeiterbindung im Fokus

Ein weiteres zentrales Thema ist die Mitarbeiterbindung. VAPIC setzt nach eigenen Angaben seit der Gründung auf flache Hierarchien und investiert gezielt in die Arbeitgeberattraktivität. Das Unternehmen wurde mehrfach als „Traumfirma“ ausgezeichnet, basierend auf anonymen Mitarbeiterbefragungen. Trotz der spezialisierten Tätigkeit und des Standorts verzeichnet VAPIC eine hohe Zahl qualifizierter Bewerbungen. Maßgeblich dazu beigetragen haben Social-Media-Aktivitäten sowie sogenannte Bewerbertage, bei denen Interessierte das Unternehmen ohne formale Hürden kennenlernen können.

Samuel Wolf betont abschließend, dass VAPIC auch nach dem Generationswechsel in Familienhand bleibt. Kontinuität sei sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kunden ein zentrales Anliegen. Auch Reiner Wolf unterstreicht, dass ein Verkauf an einen Konzern bewusst ausgeschlossen wurde, um die gewachsene Unternehmenskultur und die unternehmerische Unabhängigkeit zu erhalten.

 

Zurück