Fluorpolymere stehen zunehmend im Fokus regulatorischer Initiativen. Vor diesem Hintergrund hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF gemeinsam mit weiteren Partnern das Verbundprojekt »FLUORBEST« initiiert. Ziel ist die Entwicklung einer systematischen Bewertungsmethodik zur Substitution von Fluorpolymeren, die sowohl technische Leistungsfähigkeit und (öko)toxikologische Aspekte beinhaltet und so eine geeignete Entscheidungsgrundlage für mögliche Substitutionen bildet.
Interdisziplinäres Konsortium und digitale Datenbasis
Am Projekt beteiligt sind neben dem Fraunhofer LBF die Fraunhofer-Institute IWM, IFAM und ITEM sowie die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Vorhaben setzt auf KI-gestützte Datenanalysen und eine semantisch strukturierte Datenbasis. Diese wird an die Digitalisierungsplattform »MaterialDigital« angebunden, um die Ergebnisse für Industrie und Forschung direkt nutzbar zu machen.
Fokus auf technische Anwendungen im Dichtungsbereich
Im Projektverlauf werden sektorenübergreifend Anforderungen und Kerneigenschaften von Fluorpolymeren erfasst. Für die methodische Ausarbeitung konzentriert sich FLUORBEST zunächst auf den Anwendungsbereich »Sealings« im Kontext des ECHA-Beschränkungsvorschlags. Bewertet werden sowohl kommerziell verfügbare Alternativen als auch technologische Entwicklungen aus Forschung und Industrie.
Industrie zur Mitwirkung eingeladen
FLUORBEST ist als kooperatives Innovationsvorhaben angelegt. Industrieunternehmen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen, um Anforderungsprofile und Anwendungsszenarien mitzugestalten. Ein Workshop am 24. März 2026 richtet sich insbesondere an Hersteller von Dichtungen, Maschinenbauer, Anwender und Rohstofflieferanten. Das Projekt läuft bis Januar 2028.


