Venjakob Maschinenbau GmbH & Co.KG

Geschäftsfelder:
Oberflächentechnik, Automatisierungstechnik, individuelle Beschichtungslinien inkl. Vorbehandlungs-/Reinigungsanlagen, Applikationstechnik, Trocknungstechnik, Förder- und Handhabungstechnik sowie Abluftreinigungs- und Energierückgewinnungsanlagen
Zielgruppen:
Verschiedenste Branchen, darunter: Automobil/Automobil-Zulieferindustrie, Haushaltswaren und Elektroindustrie kurz: Holz, Möbel, Bauelemente + Baustoffe, Kunststoff, Metall, Glas…
Mitarbeiter:
380
Jahresumsatz:
> 50 Mio.
Gesprächspartner:
Christian Nüßer, geschäftsführender Gesellschafter
Venjakob Maschinenbau GmbH & Co.KG
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
Die globalen Krisen und Auswirkungen der US-Zollregelungen sind auch an Venjakob nicht spurlos vorübergegangen. In beiden Geschäftsbereichen, Holz/Baustoffe sowie Automobil- und Allgemeinindustrie, war eine deutliche Zurückhaltung zu spüren.
Vor allem das US-Geschäft entwickelte sich schwächer als in den Vorjahren. Gleichzeitig gelang es uns, Rückgänge durch unser branchenübergreifendes Know-how, kundenspezifische Lösungen und neue Anlagenkonzepte auszugleichen. Auffällig war 2025 die hohe Zahl individueller Projekte für neue Kunden, auch aus für uns bislang weniger typischen Branchen. Insgesamt war das Jahr herausfordernd, aber geprägt von technischer Weiterentwicklung und projektseitiger Vielfalt.
Wie haben sich Ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Negativ wirkte sich vor allem die Schwäche klassischer Zielmärkte aus, darunter Automobilindustrie sowie Holz- und Baustoffbranche, insbesondere in Nordamerika. Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass wir verstärkt Aufträge aus neuen Industrien gewinnen konnten, etwa aus der Kosmetik- oder Agrartechnik. Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien hat uns die Monopile-Beschichtung für Offshore Windparks ein einzigartiges Projekt ermöglicht.Diese Projekte waren oft sehr individuell und anspruchsvoll und haben gezeigt, dass unsere Flexibilität und unser Prozess-Know-how auch außerhalb der klassischen Beschichtungsanwendungen gefragt sind.
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
Für 2026 sehen wir erste Anzeichen einer Belebung einzelner Märkte. Die Kennzahlen des VDMA deuten auf eine moderate Erholung in den Bereichen Holz und Baustoffe hin, auch die Konsumgüterindustrie zeigt wieder steigende Dynamik. Für die Automobilindustrie sind derzeit noch keine klaren Impulse erkennbar. International bauen wir unsere Aktivitäten weiter aus.
Wie schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung 2026 ein, speziell für Ihr Unternehmen?
Insgesamt blicken wir vorsichtig optimistisch auf das kommende Jahr. Während sich einzelne Märkte schrittweise erholen, bleibt die Entwicklung in anderen Bereichen abwartend. Für Venjakob erwarten wir eine weiterhin hohe Nachfrage nach individuellen, technisch anspruchsvollen Lösungen. Entscheidend wird sein, wie schnell sich Investitionsentscheidungen insbesondere in der Industrie wieder beschleunigen.
Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?
Eine zentrale Herausforderung bleibt die Unsicherheit in einzelnen Industrien, insbesondere im Automobilsektor. Gleichzeitig eröffnet uns die große Vielfalt der von uns bedienten Branchen Chancen, flexibel auf unterschiedliche Marktanforderungen zu reagieren. Unsere langjährige Expertise ermöglicht es uns, sehr gezielt auf individuelle Kundenwünsche einzugehen.
Ein gutes Beispiel dafür sind Projekte wie die Entwicklung automatisierter Lackieranlagen für Offshore-Windkraftanlagen, bei denen innovative Lösungen in neuen Dimensionen gefragt sind. Wichtig ist dabei insbesondere die Vielfalt an Verfahren, die wir abdecken. Auch wenn Venjakob aus der Oberflächenbeschichtung kommt, bieten wir heute die gesamte Verfahrenskette aus einer Hand – von Handling- und Fördertechnik über Vorbehandlung, Beschichtung und Trocknung bis hin zu Abluftreinigung, Steuerungstechnik und Robotik.
Automatisierungs- und Effizienzthemen sind dabei ein entscheidender Hebel für eine zukunftsfähige und wettbewerbsfähige Produktion.

