Lukas Hanstein, Leiter Politik beim Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO), hat den nordamerikanischen Partnerverband NASF (National Association for Surface Finishing) in Washington, D.C. besucht. Auf dem Programm standen Vorträge und Diskussionen mit Experten aus Recht und Industrie sowie mit Vertretern verschiedener US-Behörden, darunter dem Department of War. Hinzu kamen Gespräche mit US-Senatoren und Mitgliedern des Kongresses. Themen waren unter anderem die Rahmenbedingungen für industrielle Wertschöpfung, Chemikalien- und Umweltregulierung sowie die strategische Bedeutung leistungsfähiger industrieller Lieferketten.
Ähnliche Themen, andere Herangehensweise
Viele Themen, die die Oberflächentechnik in Deutschland und Europa beschäftigen, stehen nach Angaben des ZVO auch in den USA auf der Tagesordnung, darunter PFAS, Chrom(VI) und Umweltauflagen. Unterschiede sieht der Verband in der Herangehensweise: Während die europäische Debatte häufig auf die Substitution oder Beschränkung von Stoffen ausgerichtet sei, stehe in den USA stärker die Frage im Mittelpunkt, wie notwendige Stoffe und Verfahren unter sicheren Bedingungen weiter eingesetzt werden können – insbesondere bei industrieller Wertschöpfung, kritischen Lieferketten sowie sicherheits- und verteidigungsrelevanten Anwendungen.
Hanstein stellte den amerikanischen Unternehmern und Branchenvertretern die europäische Regulierungslandschaft vor, insbesondere REACH, die geplante PFAS-Beschränkung und die Regulierung von Chrom(VI).
Regulierung an Risiken und Lösungen ausrichten
Für den ZVO bestätigt der Besuch eine zentrale Forderung seiner politischen Arbeit: Regulierung müsse sich stärker an tatsächlichen Risiken, Emissionen und technisch erreichbaren Lösungen orientieren. Stoffe und Verfahren, die für zentrale industrielle Anwendungen unverzichtbar sind und für die es keine gleichwertigen Alternativen gibt, benötigten einen Rahmen, der ihren sicheren Einsatz weiter ermöglicht. Zudem verweist der Verband auf den Aufwand durch Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten, der in den Unternehmen Fachkräfte bindet. Den Austausch mit der NASF will der ZVO weiter intensivieren.



