Der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO) hat gemeinsam mit dem europäischen Partnerverband VECCO (European Association for Hard Chromium Plating) und der österreichischen Arbeitsgemeinschaft Oberflächentechnik (AOT) Gespräche mit dem österreichischen Bundesministerium für Wirtschaft zur geplanten Chrom(VI)-Regulierung geführt.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die möglichen Folgen des Beschränkungsvorschlags der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) für die europäische Oberflächentechnik und nachgelagerte Industriebranchen. Das Ziel des Gesprächs war, die praktischen Auswirkungen der geplanten Regelungen in die politische Meinungsbildung einzubringen.
Auswirkungen auf Industrie und Lieferketten
Nach Einschätzung von ZVO und VECCO ist insbesondere der vorgeschlagene Arbeitsplatzgrenzwert in der industriellen Praxis weder technisch noch wirtschaftlich umsetzbar. Die Verbände sehen dadurch erhebliche Herausforderungen für Unternehmen der Hartverchromung sowie Risiken für europäische Lieferketten.
Hartverchromung gilt als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Anwendungen im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Energietechnik sowie der Verteidigungsindustrie. Aus Sicht der Verbände könnten nicht praktikable regulatorische Vorgaben Produktionsverlagerungen in Drittstaaten begünstigen und damit Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze aus Europa verlagern.
Austausch mit den Mitgliedstaaten
Der ZVO und VECCO appellierten an das österreichische Wirtschaftsministerium, die Erfahrungen der Industrie bei der nationalen Positionierung zur Chrom(VI)-Regulierung zu berücksichtigen und sich im weiteren europäischen Entscheidungsprozess für eine ausgewogene Regulierung einzusetzen.
Die Vertreter des Ministeriums zeigten großes Interesse an den technischen und wirtschaftlichen Hintergründen der vorgetragenen Argumente und sagten zu, diese in die weitere Positionsfindung einzubeziehen.
Für den Zentralverband Oberflächentechnik e.V. bleibt der Dialog mit den Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen ein zentraler Bestandteil seiner politischen Interessenvertretung. Das Ziel ist eine Regulierung, die Gesundheits- und Umweltschutz mit technischer Umsetzbarkeit und der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie verbindet.


