ZVO bringt Positionen zur Industrieemissionsrichtlinie in Brüssel ein

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Der ZVO hat bei einem Termin mit der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission in Brüssel Positionen der Oberflächentechnik in laufende Regulierungsverfahren eingebracht. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Industrieemissionsrichtlinie und die Erarbeitung des STM-BREF.

Der Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) hat am 9. März 2026 in Brüssel mit der Generaldirektion Umwelt (DG ENVI) der EU-Kommission über aktuelle Regulierungsvorhaben gesprochen. Ziel des Austauschs war es, Positionen der Oberflächentechnik frühzeitig in europäische Gesetzgebungs- und BREF-Prozesse einzubringen.

Für den Verband nahmen Politikleiter Lukas Hanstein und Dr. Malte-Matthias Zimmer, Leiter Umwelt- und Chemikalienpolitik, an dem Termin teil. Begleitet wurden sie von Vertretern der Mitgliedsunternehmen Diehl Metall Applications und Rolls-Royce, die praktische Erfahrungen aus der industriellen Anwendung beisteuerten.

Fokus auf Industrieemissionsrichtlinie und STM-BREF

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Weiterentwicklung der Industrieemissionsrichtlinie (IED) und der laufende Prozess zur Erarbeitung des STM-BREF. Gerade BREF-Dokumente sind für Unternehmen der Oberflächentechnik relevant, weil sie technische Anforderungen und Emissionsstandards für die Praxis mitbestimmen.

Nach Angaben des ZVO nutzte der Verband den Termin, um Positionen seiner Mitgliedsunternehmen in einem frühen Stadium des Verfahrens einzubringen. Ergänzend schilderten Vertreter der beteiligten Unternehmen Erfahrungen aus der industriellen Praxis.

Grenzwertkorridore und BAT-AEPLs angesprochen

Laut ZVO wurde im Gespräch deutlich, dass Grenzwertkorridore im Rahmen der BREF-Entwicklung als mögliche Alternative zu starren Minimalgrenzwerten gesehen werden. Ein solcher Ansatz könnte unterschiedlichen technischen Voraussetzungen in den Unternehmen stärker Rechnung tragen.

Außerdem habe die Kommission erläutert, dass sogenannte BAT-AEPLs nach aktuellem Stand keine unmittelbare definitorische Wirkung für Unternehmen entfalten sollen. Aus Sicht vieler Unternehmen ist diese Einordnung relevant, weil die praktische Bedeutung dieser Werte bislang teilweise unklar war.

Industriebeteiligung im Sevilla-Prozess

Ein weiteres Thema war die Rolle der Industrie im sogenannten Sevilla-Prozess, in dem die BREF-Dokumente erarbeitet werden. Nach Darstellung des ZVO betonte die Kommission, dass belastbare Unternehmensdaten und praktische Erfahrungen mit bestehenden Technologien eine wichtige Grundlage für die Regulierung seien.

Der Verband kündigte an, sich weiterhin gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen in den Prozess einzubringen. Aus Sicht des ZVO bleibt der frühe Austausch mit europäischen Institutionen gerade bei technisch komplexen Regulierungsvorhaben von Bedeutung.

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