Maler- und Lackiererbetriebe spüren schwaches Privatkundengeschäft

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Die Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz zeigt: Viele Maler- und Lackierbetriebe blicken verhaltener auf 2026. Besonders Kleinbetriebe stehen durch rückläufige private Nachfrage, Kostensteigerungen und kurze Auftragsvorläufe unter Druck.

Die wirtschaftliche Lage im deutschen Maler- und Lackiererhandwerk bleibt angespannt. Nach der aktuellen Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz und des Meinungsforschungsinstituts forsa rechnen viele Betriebe für 2026 mit einer schwächeren Umsatz- und Ertragsentwicklung.

Während 41 Prozent der 800 befragten Maler- und Lackierbetriebe die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr 2025 noch positiv bewerteten, liegt dieser Anteil für 2026 nur noch bei rund 30 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Betriebe mit negativen Umsatz- und Ertragserwartungen um elf bis 13 Prozentpunkte.

Auch der Auftragsvorlauf bleibt niedrig. Seit 2024 liegt das Zeitpolster in den Auftragsbüchern bei rund elf Wochen. Im Jahr 2023 hatte der durchschnittliche Auftragsvorlauf noch 14,3 Wochen betragen.

Privatkundengeschäft belastet Kleinbetriebe

Als wichtigsten Belastungsfaktor nennen 74 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer die schwierige Auftragslage im Privatkundengeschäft. Damit rückt das zurückhaltende Konsum- und Investitionsklima der Verbraucher an die Spitze der genannten Herausforderungen. Steigende Arbeitskosten folgen mit 73 Prozent. Weitere Belastungen sind Inflation mit 53 Prozent sowie wirtschaftlich und politisch schwierige Rahmenbedingungen mit 51 Prozent.

Besonders betroffen sind inhabergeführte Kleinst- und Kleinbetriebe. Bei Betrieben mit weniger als vier Beschäftigten machen private Auftraggeber mehr als 71 Prozent des Kundenstamms aus. Sinkende Kaufkraft und geringere Investitionsbereitschaft wirken sich daher unmittelbar auf die Auftragsbücher aus. Der durchschnittliche Auftragsvorlauf bei Kleinstbetrieben beträgt 2026 nur noch 9,4 Wochen.

Kostensteigerungen erschweren Planung

Neben der schwächeren Nachfrage belasten steigende Kosten die Betriebe. Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnen die befragten Unternehmen erneut deutliche Preissteigerungen, darunter rund 32 Prozent bei Kraftstoffen sowie 18 Prozent bei Betriebs- und Energiekosten.

Guido Müller, Präsident des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz, verweist auf die Zurückhaltung privater Auftraggeber und der Industrie. Nicht zwingend notwendige Renovierungsmaßnahmen würden zunehmend verschoben. Zugleich erschwerten Kostensteigerungen in einem preissensiblen Markt langfristige Planungen und belastbare Kalkulationen.

Bestandsgeschäft bleibt zentral

Trotz der angespannten Rahmenbedingungen gehen mehr als 60 Prozent der Betriebe von einer unveränderten Beschäftigung aus. 17 Prozent erwarten eine sinkende Beschäftigtenentwicklung. Mit Blick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit sehen 61 Prozent der Betriebe Herausforderungen, fühlen sich aber derzeit noch gut aufgestellt. Fast ein Viertel berichtet dagegen von Schwierigkeiten im Wettbewerb, Auftragsmangel oder Marktanteilsverlusten.

Relativ stabil zeigt sich das Verhältnis zwischen Sanierungs- und Neubauprojekten. Rund 86 Prozent der befragten Maler- und Lackierbetriebe sind im Bestand tätig. Renovierungen und Sanierungen bilden damit weiterhin den Schwerpunkt des Leistungsportfolios. Den größten Anteil machen Arbeiten in Innenräumen mit rund 59 Prozent aus, gefolgt von Malerarbeiten an der Gebäudehülle mit etwa 26 Prozent. Zu den umsatzstärksten Tätigkeitsfeldern zählen klassische Malerarbeiten mit 29,9 Prozent, Fassadenbeschichtungen mit 16,5 Prozent und Tapezierarbeiten mit 11,3 Prozent.

Die Konjunkturbefragung wird seit 2020 vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und der Fachberatungs- und Informationsstelle FIS durchgeführt. Das Meinungsforschungsinstitut forsa befragt dafür organisierte Maler- und Lackierbetriebe in Deutschland zu wirtschaftlicher Lage, Kennzahlen und Branchentrends.

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