SensoTech adressiert mit dem Messsystem LiquiSonic die kontinuierliche Konzentrationsüberwachung in der Schwefelsäureproduktion. Das System erfasst Schwefelsäure und Oleum direkt im laufenden Prozess und ist für Anwendungen in Trocknungstürmen, Absorptionstürmen, Kondensatoren, Verdünnungseinheiten sowie in Blending- und Auslieferungsleitungen ausgelegt.
In Schwefelsäureanlagen nach dem Doppelkontaktverfahren (DCDA) oder im Kontaktverfahren (WSA) beeinflusst die exakte Säurekonzentration Absorptionsgrad, Produktausbeute, Emissionen und Korrosionsbelastung. Gerade bei hochkonzentrierten und aggressiven Medien reichen zeitversetzte Laborwerte oft nicht aus, um dynamische Prozessänderungen sicher abzubilden. Schwankende Gasqualitäten, veränderte Wasserzugaben oder Temperatureinflüsse können die Konzentration innerhalb kurzer Zeit verändern.
Messprinzip und Integration
LiquiSonic basiert auf der Messung der Schallgeschwindigkeit im Medium und bezieht zusätzlich die Prozesstemperatur in die Auswertung ein. Da die Schallgeschwindigkeit in Schwefelsäure stark konzentrationsabhängig ist, entsteht im Bereich von 70 bis 100 wt% ein eindeutiges Messsignal. SensoTech hebt hervor, dass sich der Messwert damit im hochkonzentrierten Bereich klar zuordnen lässt. Die erreichbare Genauigkeit liegt bei bis zu ± 0,03 wt%.
Das System misst inline in der Rohrleitung oder alternativ im Bypass. Ein LiquiSonic Controller kann mit bis zu vier Sensoren verbunden werden, sodass mehrere Messstellen parallel überwacht werden können. Die Messwerte lassen sich vor Ort anzeigen, dokumentieren und über serielle Schnittstellen, Feldbus oder Ethernet an das Prozessleitsystem übertragen. Damit kann die Konzentrationsmessung in bestehende Abläufe für Monitoring, Alarmierung, Verdünnungsregelung oder Freigabeentscheidungen eingebunden werden.
Einsatz in aggressiven Medien
Für Betreiber von Schwefelsäureanlagen ist neben der Messgenauigkeit vor allem die Eignung für aggressive Prozessmedien entscheidend. Das Messsystem arbeitet ohne Verbrauchsmaterialien und ist auf einen wartungsfreien Betrieb ausgelegt. Alle medienberührenden Teile sind in Sonderausführungen wie Hastelloy oder PFA erhältlich. Das unterstützt den Einsatz in hochkonzentrierter Schwefelsäure und Oleum sowie eine hohe Anlagenverfügbarkeit.
Auffällige Trends und kritische Abweichungen werden früher sichtbar als mit Laboranalysen. So kann etwa auf eine nachlassende Absorptionsleistung, eine fehlerhafte Wasserzugabe oder eine drohende Unterschreitung des Korrosionsschutzfensters rechtzeitig reagiert werden. Gleichzeitig sinkt der Aufwand für manuelle Probenahmen an heißen Säureströmen.
Die Lösung richtet sich an Betreiber von DCDA- und WSA-Anlagen, an Schwefelsäure-Hersteller und -Distributoren sowie an Düngemittelproduzenten, Bergbau- und Hüttenbetriebe. Auch in Anlagen mit Chlor- und Synthesegastrocknung, Gaswäschern sowie Ätz- und Beizbädern kann die Inline-Überwachung der Säurekonzentration relevant sein.



