Andrea Thoma-Böck aus Osterberg ist mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Dr. Markus Söder überreichte ihr die Auszeichnung am 3. Juli 2026 im Antiquarium der Münchner Residenz. Insgesamt wurden bei der Feierstunde 68 Persönlichkeiten für besondere Verdienste um den Freistaat Bayern und das Gemeinwohl geehrt.
In der offiziellen Begründung wird Andrea Thoma-Böck als Unternehmerin hervorgehoben, die sich für die Stärkung der heimischen Wirtschaft eingesetzt und in ihrer Branche Pionierarbeit geleistet habe. Gemeinsam mit ihrer Schwester Christine Thoma-Kemser führt sie Thoma Metallveredelung in dritter Generation. Das Familienunternehmen mit Sitz in Heimertingen ist auf galvanotechnische Oberflächen spezialisiert.
Engagement für die Galvanikindustrie
Besonders betont wurde in der Würdigung die Verbindung von unternehmerischer Weiterentwicklung, modernen Verfahren und gelebter Nachhaltigkeit. Andrea Thoma-Böck hat damit neue Standards in der Galvanikindustrie gesetzt. In der Laudatio wure zugleich die Bedeutung unterstrichen, die der Oberflächentechnik für industrielle Wertschöpfung, Qualität und Ressourceneffizienz zukommt.
Für sie selbst besitzt gerade diese Anerkennung einen hohen Stellenwert: „Besonders gefreut hat mich, dass ausdrücklich auch mein Einsatz für die Galvano- und Oberflächentechnik sowie die Bedeutung unserer Branche für den Industriestandort hervorgehoben wurde.“
Damit rückt die Auszeichnung nicht nur eine Unternehmerpersönlichkeit in den Mittelpunkt, sondern auch eine Branche, deren Leistungen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig weniger sichtbar sind als ihre Bedeutung für industrielle Lieferketten und hochwertige technische Produkte.
Einsatz für Mittelstand und Wirtschaftsstandort
Neben ihrer Tätigkeit im Familienunternehmen engagiert sich Andrea Thoma-Böck seit vielen Jahren ehrenamtlich. Sie ist Regionalvorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen-Unterallgäu und Mitglied des Präsidiums der IHK Schwaben. Darüber hinaus initiierte sie die Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland und steht ihr als Präsidentin vor.
Auch dieses Engagement wurde bei der Verleihung ausdrücklich gewürdigt. Andrea Thoma-Böck setzt sich für die Interessen mittelständischer Unternehmen, für eine stärkere Berücksichtigung unternehmerischer Praxis in politischen Entscheidungen und für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein.
Die Auszeichnung versteht sie zugleich als persönliche Anerkennung und als Verpflichtung: „Für mich ist diese Auszeichnung nicht das Ende eines Weges, sondern ein Auftrag.“
Auszeichnung als Gemeinschaftsleistung
Andrea Thoma-Böck hebt hervor, dass der Verdienstorden aus ihrer Sicht nicht allein einer einzelnen Person zugerechnet werden könne. „So eine Auszeichnung trägt zwar einen Namen, sie ist aber niemals die Leistung eines Einzelnen“, erklärt sie.
Ihr Dank gilt ihrer Familie, ihrem Mann und ihren Kindern sowie insbesondere ihrer Schwester, mit der sie das Unternehmen gemeinsam führt. Ebenso verweist sie auf die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer Wegbegleiter aus der IHK sowie der Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland.
Bereits 2011 wurden Christine Thoma-Kemser und Andrea Thoma-Böck gemeinsam mit der Bayerischen Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft ausgezeichnet.


