Jung Leuchten GmbH

Geschäftsfelder:
Anlagenbau für Beschichtungs- und Lackieranlagen. Arbeitsplatz-Beleuchtung für Industrie, Automotive, holzverarbeitende Industrie und Medizinbranche
Zielgruppen:
Anlagenhersteller, Betreiber von explosionsgefährdeten Anlagen, Industrie-Unternehmen mit Bedarf an professionellen Beleuchtungslösungen
Gesprächspartner:
Daniel Nill, Geschäftsführer
Unternehmensplanung und -steuerung, Produktions- und Betriebsleitung, Produktentwicklung
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
2025 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Die Anfragelage blieb stabil und die Auftragsentwicklung verlief besser als erwartet. Besonders im Bereich Retrofit konnten wir stark zulegen, da viele Betreiber in moderne, energieeffiziente LED-Beleuchtung investiert haben. Unsere Kapazitäten waren gut ausgelastet, die geplanten Umsatzziele haben wir erreicht.
Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Die Schwäche der Automobilindustrie hat uns bislang kaum getroffen. Unsere Lösungen sind branchenübergreifend gefragt, sowohl im Inland als auch international. Das bestätigt unseren Weg, auf individuelle Beleuchtungssysteme und hohe Qualität zu setzen.
Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?
Die Reduzierung staatlicher Förderprogramme – insbesondere der BAFA – hat Investitionen merklich gebremst. Viele Kunden verschieben Projekte, obwohl sie sinnvoll wären. Nachhaltigkeit bleibt wichtig, braucht aber planbare Rahmenbedingungen und pragmatische Förderung, damit Investitionen nicht ausgebremst werden.
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
Mit Sorge betrachten wir die starke Abhängigkeit von China bei LED- und Elektronikkomponenten. Europäische Alternativen wurden über Jahre zurückgedrängt. Eine Stärkung europäischer Wertschöpfung wäre sinnvoll und strategisch notwendig.
Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?
Mehr Resilienz in Energieversorgung und Lieferketten ist essenziell. Realistisch sind ein schrittweiser Kapazitätsaufbau in Europa, technologische Förderung sowie schnellere Genehmigungsverfahren, um Produktion zurückzuholen.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026, was die Energiepreise angeht?
Wir rechnen nicht mit einer deutlichen Entspannung. Beständigere Rahmenbedingungen wären für Planungssicherheit jedoch entscheidend.
Sehen Sie Ansätze zum Bürokratieabbau in Deutschland/innerhalb Europas?
Aktuell erleben wir eher zusätzliche Belastungen. Besonders für mittelständische Unternehmen steigt der Aufwand durch Dokumentations- und Berichtspflichten. Zunehmender Digitalisierungsdruck und gesetzliche Anforderungen führen zu unverhältnismäßigem Mehraufwand. Ohne echte Vereinfachung ist die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf internationaler Ebene lang- bis mittelfristig gefährdet.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Wir gehen von einem moderaten Wachstum aus. Im Retrofit-Bereich erwarten wir einen weiteren Schub, parallel investieren wir in neue Lösungen und Produktentwicklungen.
Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?
Fachkräftemangel, Energiepreise und Bürokratie bleiben Herausforderungen. Gleichzeitig blicken wir optimistisch nach vorn – viele Kunden setzen bewusst auf Qualität und Langlebigkeit. Das gibt uns Rückenwind.

