Dörken Coatings GmbH & Co. KG

Geschäftsfelder:
Automotive, Bau, Bahnindustrie, Windindustrie

Mitarbeiter:
ca. 1.000 (unternehmensweit)

Gesprächspartner:
Christos Tselebidis, CEO Industrial Coatings

 

Interview

Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?

Das Jahr 2025 verlief für DÖRKEN insgesamt zufriedenstellend, insbesondere wenn man die gegebenen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Es stellt im Grunde eine nahtlose Fortsetzung der herausfordernden Jahre dar, die wir seit der Covid-Pandemie erlebt haben. Inzwischen haben wir uns jedoch gut an die immer wiederkehrenden Krisenwellen angepasst und sind in der Lage, flexibel und resilient auf neue Herausforderungen zu reagieren.

Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?

Die Entwicklung unserer Zielmärkte hat sich im vergangenen Jahr unterschiedlich gestaltet. Der deutsche Markt zeigt leider eine schwächere Tendenz, während der europäische und amerikanische Markt mit einer konstanten Nachfrage stabil läuft. Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung des asiatischen Marktes, der sehr gut performt hat und neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet.

Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?

Für das kommende Jahr erwarten wir in den internationalen Märkten, insbesondere in China, eine gezielte Stabilisierung unseres Geschäfts. Der Fokus wird darauf liegen, die Marktposition weiter zu festigen. Hierbei verfolgen wir eine klare „Local-for-Local“-Strategie, die darauf abzielt, unsere Angebote besser an die lokalen Bedürfnisse und Gegebenheiten anzupassen und so die Marktresilienz zu erhöhen. Durch diese strategische Ausrichtung möchten wir langfristig eine stabile und nachhaltige Entwicklung sicherstellen. Wichtig wird auch zu sehen sein, wie die Internationalisierung chinesischer Automobilhersteller voranschreitet und wie sie sich dann aufstellen werden.

Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?

Diese Anstrengungen sind sehr wichtig. Eine größere Unabhängigkeit könnte Europa in vielerlei Hinsicht widerstandsfähiger machen. Allerdings ist ganz klar, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn die notwendigen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ohne entsprechende Unterstützung auf diesen Ebenen bleibt das Thema „Autarkie“ von Europa bzgl. der Fertigungskette und Energieversorgung eher Wunschdenken als realistische Perspektive. Es bedarf eines koordinierten Ansatzes, um diese Unabhängigkeit nachhaltig zu fördern.

Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?

Für das Jahr 2026 erwarten wir eine zunehmende Deglobalisierung, die sich in einer weiteren Verschiebung der globalen Handelsströme und einer stärkeren regionalen Fokussierung zeigen könnte. Zudem dürften die Auswirkungen der Zollpolitik weiter spürbar sein, was möglicherweise neue Herausforderungen für den internationalen Handel mit sich bringt. Nicht zuletzt wird sicherlich weiterhin die überbordende Bürokratie eine Herausforderung für uns sein.