Ecoclean GmbH

Geschäftsfelder:
Industrielle Reinigungstechnik, Oberflächentechnik, Entgratung, Herstellung von Wasserstoff Elektrolyseuren

Zielgruppen:
Allgemeine Industrie, Medizinaltechnik, High Purity Reinigung, Automotive, Aerospace

Mitarbeiter:
ca. 810

Gesprächspartner:
Oliver Pelz, Director Sales Standort Filderstadt

Interview

Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?

2025 war geprägt von einem global herausfordernden Umfeld. Auftragseingang und Umsatz standen unter Druck, unter anderem durch US-Zölle und deren weltweite Auswirkungen auf Preise und Märkte. Im deutschsprachigen Raum blieb die Auftragslage trotz allem stabil, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Dank vorausschauender Planung und frühzeitig eingeleiteter Maßnahmen bereits 2024 konnten relevante Entwicklungen rechtzeitig erkannt und gezielt adressiert werden.

Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?

In der Europäischen Union war das Jahr von Projektverschiebungen und einer geringeren Anfragetätigkeit geprägt. Im Bereich High Purity and Optics ist nach mehreren sehr erfolgreichen Jahren eine Phase der Konsolidierung eingetreten. Die USA entwickelten sich insgesamt positiv, auch wenn Unsicherheiten rund um Zölle und globale Lieferketten auf Kundenseite zu verzögerten Entscheidungsprozessen geführt haben. International waren wir vor allem in Märkten erfolgreich, in denen wir auf langjährige Partnerschaften zurückgreifen können. Das bestätigt, dass sich eine intensive Betreuung auszahlt und unsere Kunden die leistungsfähigen Vertriebs- und Servicestrukturen schätzen.

Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?

Nach rund neun Monaten ist es noch zu früh für ein abschließendes Urteil zur Arbeit der neuen Regierung. Wichtige Themen wurden angestoßen; entscheidend wird nun eine konsequente Umsetzung, transparente Zwischenstände und gegebenenfalls Nachjustierungen sein. Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Umdenken, auch beim bisherigen Nachhaltigkeitsfokus, erforderlich ist.

Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?

Für 2026 erwarten wir eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau, da sich die geopolitische Lage voraussichtlich nicht entspannen wird. Wir bleiben verhalten optimistisch und sind auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet. China wird seine Bemühungen zur Auslastung eigener Unternehmen verstärken und Lieferketten stärker nach Europa ausrichten. Dank unserer Schwesterunternehmen in Shenyang und Shanghai können wir den chinesischen Markt direkt betreuen. Sollte die Nachfrage in China nachlassen, prüfen wir alternative Märkte. Zwar ist eine Substitution herausfordernd, aber es gibt mehrere Länder, die gemeinsam attraktive Optionen bieten.

Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?

Ich halte Anstrengungen zur Stärkung der europäischen Resilienz ausdrücklich für notwendig – sowohl bei Fertigungsketten als auch in der Energieversorgung. Entscheidend ist, dass Europa geschlossen auftritt und die Wirtschaft gezielt in Schlüsselbranchen unterstützt, um unabhängiger von externen Einflüssen zu werden.

Sehen