L & S Oberflächentechnik GmbH & Co. KG

Geschäftsfelder:
Applikationstechnik, Farbversorgungen, Automation, Roboter
Zielgruppen:
Industrie, Handwerk, Endkunden und Anwender, Wiederverkäufer
Mitarbeiter:
40
Jahresumsatz:
12 Mio. €
Gesprächspartner:
Peter Hornschu, Vertriebsleiter, Marketing, Prokurist
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
Die Auftragslage war für 2025 gut und zufriedenstellend. Beim Auftragseingang verspüren wir jedoch einen Rückgang. Umsatzseitig sind wir zufriedenstellend unterwegs, die Ziele wurden erreicht. Die Lackierbranche stagniert im gleichen Maße wie andere Bereiche wie zum Beispiel Maschinenbau, Automobil oder Holzverarbeitung, im Besonderen Möbel und Küchen.
Insgesamt war 2025 ein gutes, aber schon verhaltenes Jahr, bei dem die Entscheidungsfreude der Kunden weiter zurückgegangen ist. Wir sind in keinem Modus, der diesen Titel verdient. Dennoch spüren wir ein zurückhaltendes Verhalten in der Kundschaft. Wir haben gelernt, damit umzugehen, und fokussieren uns sehr genau auf die Marktansprüche.
Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Da hatten wir tatsächlich beides, allerdings war das für uns keine Überraschung, da wir den Markt genau beobachten und uns immer versuchen, sehr zeitnah darauf einzustellen.
Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?
Eventuell falsche Fragestellung? Was ist mit Nachhaltigkeit gemeint? Nachhaltig auch im Sinne von nachhaltig, das kann nie schlecht sein und ist auch für mich im Privaten sehr wichtig. Oder ist hier der Klimaschutz gemeint? Der ist nicht zielführend und immer wieder am Ziel vorbei.
Wie bewerten Sie bisher die Ziele und die Regierungsarbeit der neuen Regierung?
Gefühlter Stillstand, und Stillstand ist nie gut. Die Regierung besteht durchaus auch aus Machern, die aber leider sehr erfolgreich von Blockierern gehemmt werden. Diese Blockierer merken nicht oder wollen nicht merken, dass sie der Wirtschaft und damit dem ganzen Land Schaden zufügen.
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
Der Wettbewerb mit China wird für viele Unternehmen in Deutschland, Europa und global noch schwieriger werden. Unsere Politik hat scheinbar nicht die richtigen Antworten darauf. Damit meine ich auch die chinesischen Einkäufer, die eine Firma nach der anderen übernehmen und damit das Know-how mitnehmen und nicht aufgehalten werden.
Sehen Sie Alternativen?
Alternativen wären zum Beispiel das Zurückholen von Know-how oder die Möglichkeit zu eröffnen, dass weiterhin hier Produktionen gestaltet werden können, ohne diesen Bürokratie-Wahnsinn aus Deutschland und sicher auch aus Brüssel.
Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?
Autark zu sein bedeutet, überleben zu können. Jede Abhängigkeit kann im schlimmsten Fall gegen uns verwendet werden. Wir leben leider nicht auf einer Welt der Rücksicht und des gepflegten Miteinanders. Wir sollten genau wissen, wer unsere Freunde sind, und das auch immer wieder prüfen. Uns gegenseitig zu stärken wäre ein Anfang für das gemeinsame Überleben. Sehr viele Programme und Verordnungen aus Brüssel gehen leider am Ziel vorbei. Scheinbar ist der Realismus an vielen Stellen noch nicht angekommen.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026, was die Energiepreise angeht?
Das ist doch vorbestimmt. Da ist die Erwartungshaltung recht klein. Notwendige Entlastungen wird es an den richtigen Stellen nicht geben, das wären Einnahmeverluste auf der Regierungsseite, das will man sich nicht leisten. Vorgezeichnete Maßnahmen wurden und werden nicht eingehalten.
Sehen Sie Ansätze zum Bürokratieabbau in Deutschland/innerhalb Europas?
Wo soll man da anfangen. Ein Arzt, der seine oberen Regale und Schränke nicht mehr nutzen kann beziehungsweise darf, weil er keinen Leiterbeauftragten hat. Ob in der Wirtschaft oder im Privaten, wir regulieren uns zu Tode, ohne Sinn und Verstand.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Größere Investitionen werden in Deutschland immer wieder geschoben, der Markt ist vorsichtiger geworden. Trotzdem sehe ich noch ausreichende Chancen, dass wir auch hier Aufträge platzieren können. Aber wir werden sicherlich noch mehr im Ausland arbeiten und dort unsere Kunden beliefern können.

