J. Wagner GmbH

Geschäftsfelder:
Oberflächentechnik für Nasslack- und Pulverbeschichtung
Zielgruppen:
Allgemeine Industrie
Mitarbeiter:
2.000 weltweit
Jahresumsatz:
Keine Angabe
Gesprächspartner:
Michael Müller, CEO der WAGNER Unternehmensgruppe
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ordnen wir 2025 als sehr gutes Jahr ein. Sowohl unsere Auftragslage als auch unser Umsatz sind sehr zufriedenstellend und wir verzeichnen ein spürbares Wachstum.
Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Während Deutschland und Europa schwächeln, hat sich das US-Geschäft überraschenderweise positiv entwickelt, trotz Zöllen und einer gedämpften Konsumstimmung. Unser größter Wachstumsschub kommt aber aus Asien. Durch eigene WAGNER Standorte in Indien und Vietnam investieren wir bereits sehr stark in Zukunftsmärkte und schaffen die nötige Infrastruktur. Wir sehen schon jetzt sehr klar, dass unsere stärkere internationale Ausrichtung Wirkung zeigt.
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
Unsere Abhängigkeit von China ist gering – der Markt war für westliche Unternehmen immer nur kurzfristig attraktiv, bis lokale Anbieter nachgezogen haben. Wir konzentrieren uns deshalb auf die gesamte Region Asien und haben dort inzwischen eine sehr gute und ausgewogene Umsatzverteilung. Dass wir so breit aufgestellt sind, gibt uns Sicherheit und Wachstumspotenzial und stärkt unsere internationale Position.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Für 2026 rechne ich in Deutschland und Europa höchstens mit einer minimalen Verbesserung, wenn überhaupt. Asien wird voraussichtlich weiterhin leicht wachsen. Die Entwicklung in den USA ist schwer vorherzusagen. Ich gehe aber eher davon aus, dass das Wachstum dort weiter auf einem stabilen Kurs bleibt. In Europa wird die Krise der Automobilindustrie breitere Kreise ziehen und vor allem die Zulieferer treffen – die Auswirkungen werden in Deutschland besonders stark zu spüren sein. Positive wirtschaftliche Impulse erwarte ich eher aus Südamerika.
Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?
Für 2026 rechne ich nicht mit einer spürbaren Erholung der Nachfrage. Europa bleibt als Wirtschaftsstandort herausfordernd: Die Wachstumsperspektiven sind begrenzt und der internationale Wettbewerb nimmt weiter zu. Gerade bei zentralen Zukunftsthemen geraten Europa und auch Deutschland immer mehr unter Druck. Die zentrale Aufgabe wird es daher sein, in diesem Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht weiter an Boden zu verlieren.

