acp systems AG

Geschäftsfelder:
Industrielle Bauteilreinigung & Automatisierung

Zielgruppen:
Automotive, Mikroelektronik-, Elektronik- und Halbleiterfertigung, Medizin- und Pharmatechnik

Mitarbeiter:
90

Jahresumsatz:
15 Mio. Euro

Gesprächspartner:
Dr. Günther Schmauz, Vorstand Cleaning Technologies und gesamtverantwortlich für den Geschäftsbereich der industriellen Reinigungslösungen

Interview

Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?

Das Jahr 2025 war für alle Firmen in der Branche herausfordernd, auch für die acp systems. Der Bedeutungsverlust der europäischen Automobilindustrie hat sich leider fortgesetzt, was uns alle trifft.

Trotzdem konnten wir unseren Auftragseingang in 2025 gegenüber 2024 stabil halten, was vor allem im Bereich Halbleiter (Back-End) und Mikroelektronik lag.

Weiter fortgesetzt hat sich der Trend, dass Projekte von unseren Kunden so weit wie möglich hinausgezögert werden. Nach Projektfreigabe und Beauftragung müssen diese dann aber sofort umgesetzt werden. Dies macht eine Planung des Auftragseingangs und der Produktion derzeit sehr schwierig.

Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?

Enttäuschend war in 2025 sicherlich die Zurückhaltung der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie, ganz speziell in Bezug auf Investitionen in Produktion in Deutschland.

Was uns positiv überrascht hat, ist die Bekanntheit der acp Schneestrahltechnologie in Asien. So konnten wir die fehlenden Aufträge in der Automobilindustrie mit Projekten im Bereich Halbleiter und Mikroelektronik etwa in Taiwan, Vietnam und Malaysia kompensieren. Diese Verschiebung hin nach Asien stellt uns als relativ kleinen Anlagenhersteller mit begrenzten Kapazitäten jedoch vor große Herausforderungen.

Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?

Beim Thema Nachhaltigkeit halten wir ein Umdenken für notwendig – nicht weniger Nachhaltigkeit, sondern eine realistischere Umsetzung, die Klimaziele und Wirtschaftlichkeit verbindet. Es gibt Länder etwa in Skandinavien, die vormachen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg sich nicht per se ausschließen müssen. Allerdings darf es kein starres dogmatisches Festhalten geben. Denn ohne wirtschaftlichen Erfolg ist Nachhaltigkeit nicht möglich.

Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?

China wird seine Stellung als zweite wirtschaftliche Großmacht neben den USA festigen. Aufgrund des Wandels zur Bevorzugung lokaler Hersteller wird es für deutsche Unternehmen immer schwieriger, dort erfolgreich zu sein.

Da China für die acp bereits seit 2019 nur noch eine untergeordnete Rolle einnimmt, ist dies für uns verschmerzbar.

Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?

Diese Anstrengungen sind von elementarer Bedeutung, werden sich aber nur sehr schwer und nur langfristig umsetzen lassen.

Welche Erwartungen haben Sie für 2026 was die Energiepreise angeht?

Für 2026 erwarten wir eine moderate Entspannung der Energiepreise, jedoch keine Rückkehr zum Vorkrisenniveau.

Sehen Sie Ansätze zum Bürokratieabbau in Deutschland/innerhalb Europas?

Leider sehen wir keinerlei Verbesserungen. Positiv in dem Zusammenhang ist lediglich, dass es zu keiner Verschlimmerung gekommen ist.

Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?

Wir hoffen, dass die europäische Industrie, allen voran die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie, endlich wieder Investitionen in Europa tätigt. Ansonsten wird der Trend für die acp dahin weitergehen, in Asien Projekte umzusetzen.

Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?

Prognosen sind derzeit eine Lotterie, denn die nächste Krise kommt bestimmt. Trotzdem blicken wir optimistisch in die Zukunft. Die wichtigste Herausforderung für uns wird sein, weltweit agieren zu können. Denn nur so werden wir unseren Umsatz und unser Wachstum sichern können.