LPW Reinigungssysteme GmbH

Geschäftsfelder:
Standardisierte und kundenspezifische wasserbasierte Reinigungssysteme für Fein- bis Ultra-Feinstreinigungsaufgaben; Automationslösungen bis hin zur Reinraumintegration; eigenständige Monitoring- und Medienaufbereitungssysteme; Reinstwasser-Versorgungseinheiten; Lohnreinigung, auch reinraumbasiert; Applikationsengineering und Schulung
Zielgruppen:
High-Purity-Geschäftsfelder, Medizintechnik, Maschinenbau, Hydraulik und Automobil, Additive Fertigung, Defense, Luft- und Raumfahrt
Mitarbeiter:
75
Gesprächspartner:
Gerhard Koblenzer, geschäftsführender Gesellschafter
Interview
Was für ein Resümee ziehen Sie für das Jahr 2025?
2025 war erneut sehr ernüchternd. Während die Projekttätigkeiten in den meisten Sparten weiterhin sehr hoch sind, wurden die Investitionen selbst in der Regel spät getätigt oder auf Folgejahre verschoben. Man neigt dazu, den Krisenmodus fast als „Normalität“ zu sehen und lernt, damit umzugehen.
Wie haben sich ihre Zielmärkte entwickelt, gab es positive oder negative Überraschungen?
Es gibt eine Vielzahl positiver Entwicklungen, z. B. in den HighTech-Schlüsselbranchen wie etwa Hochvakuum, Medizin oder Luft- und Raumfahrt. Außerdem im Umfeld der Additiven Fertigung, die zu unseren Kernkompetenzen zählt.
Angesichts der globalen geostrategischen Entwicklungen und Perspektiven, halten Sie ein Umdenken in Bezug auf den in den vergangenen Jahren geradezu stoisch beibehaltenen Nachhaltigkeitsfokus der letzten Regierung für notwendig?
Nachhaltigkeit ist direkt und indirekt ein Motor neuer Entwicklungen mit Einfluss auf die Sensortechnik, Monitoring und vernetzte Systeme. In der Folge also auch verbunden mit steigender Nachfrage an entsprechende digitale Lösungsansätze.
Wie bewerten Sie bisher die Ziele und die Regierungsarbeit der neuen Regierung?
Erkennbare und ausformulierte Ziele sowie ein klarer Weg aus der aktuellen Krise sind Stand jetzt nicht erkennbar …
Welche Entwicklung erwarten Sie im nächsten Jahr für die internationalen Märkte?
China kann sowohl Wachstumsmotor werden als auch zum Problem. Unter anderem wegen der Konflikte mit den Nachbarländern und stark subventionierten Industriesegmenten, die zu implodieren drohen.
Sehen Sie Alternativen?
Indien entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer wirtschaftlichen Potenzialmacht. Südkorea, Singapur, Malaysia und Taiwan sind heute schon HighTech-Standorte. Japan sowieso.
Haben Sie einen Plan B, falls es bezüglich China in den kommenden Jahren zu Blockaden in Bezug auf Importe, aber auch Exporte kommt?
Punktuell haben wir den.
Wie wichtig sind ihrer Meinung nach Anstrengungen, um eine größere Autarkie von Europa bezüglich der Fertigungskette, aber auch der Energieversorgung zu erreichen?
Sehr wichtig, denn ohne alternative Lieferanten kann China mit minimalem Aufwand maximalen Schaden anrichten. Wir versuchen auf einer Vielzahl von Märkten gleichzeitig auf hohem Niveau aktiv zu sein. Werden wir auf den globalen Liefermärkten jedoch ausgebremst, wird es (wie 2021) sehr fordernd!
Welche Erwartungen haben Sie für 2026, was die Energiepreise angeht?
Sie müssen sinken. Niedrige Energiepreise sind das Blut eines Wirtschaftskreislaufs und die Voraussetzung von nahezu allen neuen Technologien sowie klassischen Industrien.
Sehen Sie Ansätze zum Bürokratieabbau in Deutschland/innerhalb Europas?
Eine Umkehr des Prinzips ist erforderlich. Weniger Kontrolle und Beantragungsformulare. Aufbau von Rahmenwerken. Mehr Vertrauen in die Einhaltung von Regeln und im Gegenzug härtere Bestrafungen bei Nichteinhaltung.
Welche Erwartungen haben Sie für 2026 bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene? Was erwarten Sie speziell für die Tätigkeitsfelder Ihres Unternehmens?
Wenn‘s schlecht läuft: same procedure as last year und warten auf positive Signale sowie Entscheidungen. Wenn diese kommen – wir sind bereit!
Welche weiteren Erwartungen haben Sie für 2026, welche Herausforderungen sehen Sie?
Erwarten tun wir eher positive Entwicklungen ab der 2. Jahreshälfte 2026. Viel spricht für eine sukzessive Verbesserung. Kritisch sind die Monate bis dahin, nicht nur für die Lieferanten von Investitionsgütern.

