Mit eigenem Oberflächenzentrum von der Abhängigkeit zur Expansion

Hersteller von Lkw-Aufbauten wächst mit eigenem Oberflächenzentrum

Das neue Oberflächenzentrum von Dunst Kfz und Hydraulik
Strahlen, Verzinken, Lackieren und Trocknen sind im neuen Oberflächenzentrum von Dunst Kfz und Hydraulik möglich (Bild: SLF)

Wenn ein Lastwagen etwas mehr können muss, schlägt die Stunde der österreichischen Unternehmens Dunst Kfz und Hydraulik: Der Spezialist für Lkw-Aufbauten versieht die Fahrzeuge mit zusätzlichen Aggregaten. Dafür hat das Unternehmen jetzt zusammen mit SLF Oberflächentechnik ein neues Oberflächenzentrum realisiert.

Hydraulik, Ladekrane, Seilgeräte oder Container-Wechselsysteme gehören nicht zur Standardausstattung von Lastwagen. Sie sind dafür die Domäne der Dunst Kfz und Hydraulik GmbH im österreichischen Grafenschachen. Im Jahr 1998 vom heutigen Geschäftsführer Josef Dunst als Ein-Mann- Betrieb gegründet, erlebte das Unternehmen ein rasantes Wachstum. Im Jahr 2003 wurde in Grafenschachen ein neuer Standort erbaut, welcher bereits 2007 nochmals erweitert werden musste. 2013 eröffneten Dunst eine Niederlassung in Lieboch. Derzeit sind mehr als 45 Mitarbeiter bei dem österreichischen Generalimporteur für HMF-Ladekrane, Joab-Containerwechselsysteme, Hoeflon- Mini-Hebekrane und Krpan-Lkw-Krane. beschäftigt. Das Unternehmen wird nach wie vor als Familienbetrieb geführt und legt Wert auf seine „Handschlagqualität“.

Kunden verlangen eine hochwertige Beschichtung

Dieser Qualitätsanspruch gilt auch für die Beschichtungen. Wichtig ist nicht nur ein hoher Korrosionsschutz zum Erhalt der Qualität, wie eine Sprecherin von Dunst Kfz und Hydraulik erläutert. Für die Kunden ist auch eine optische Aufwertung wichtig. Zum Beispiel sollen Firmen und deren Flotten einen Wiedererkennungswert haben, der dann mit einer Sonderbeschichtung realisiert wird. Auf Kundenwunsch macht der Spezialist für Lkw-Aufbauten nahezu alles möglich.

Weil das Unternehmen weiterhin erfolgreich agiert, entschied sich die Geschäftsführung dafür, ein neues, circa 500 Quadratmeter großes Oberflächenzentrum zu errichten. Das Konzept erstellte und realisierte die SLF Oberflächentechnik GmbH aus Emsdetten. In dem neuen Oberflächenzentrum ist das Handling für die Oberflächenbearbeitung kompletter Nutzfahrzeuge und Sonderaufbauten möglich, die bis zu 13 Meter lang und drei Meter breit sowie bis zu zehn Tonnen schwer sind.

Strahlen und Verzinken in einem Raum ermöglicht

Der eine Teil des Oberflächenzentrums ist mit einem Freistrahlraum ausgestattet, der eine Größe von 16,4 × 6,2 × 6,0 Meter aufweist. „Das Strahlen erfolgt mit Druckluftstrahlern und Korund als Strahlmittel“, erläutert Alfons Griessler, der im Vertrieb von SLF das Projekt betreut hat, auf Anfrage unserer Redaktion. Zusätzlich wurde in den Freistrahlraum noch eine Lichtbogenspritzanlage mit 300 Ampere Stromstärke zum Spritzverzinken der Bauteile integriert.

An den Freistrahlraum schließt sich eine kombinierte Spritz- und Trockenkabine an, die mit 16,4 × 6,2 × 5,0 Meter nur in einer Dimension minimal kleiner ist, als die Strahlkabine. Sie verfügt über eine Luftleistung von bis zu 40.000 m³/h. Lackiert wird mit luftunterstützen Airless-Geräten für 2K-Lacke. „Wir haben ein Prallabscheidersystem realisiert, das 70 Prozent des Oversprays vorabscheidet“ berichtet Griessler. Hinzu kommt noch eine zweite Filterstufe vor dem Abluftsystem mit Paintstop-Filterkassetten. Beide Aggregate erzielen zusammen einen Abscheidegrad von 98 Prozent. Außerdem verlängern sie die Lebensdauer der Filter. „Wenn sie doch gewechselt werden müssen, ist das in nur 15 Minuten erledigt“, sagt der SLF-Experte.

Beim Strahlen, Verzinken und Lackieren erfolgen die Arbeiten grundsätzlich manuell. Dies liegt daran, dass Sonderaufbauten oft verwinkelt sind. Außerdem fertigt Dunst in erster Linie auftragsbezogen und in Kleinserien.

Blick in den Maschinenraum hinter der Strahlanlage
Der Maschinenraum hinter der Strahlanlage: Hier wird das Strahlmittel aufbereitet und den Druckluftstrahlern zugeführt (Bild: SLF)

Energieeffizienz steht stark im Fokus

Bei der Planung haben beide Unternehmen darüber hinaus großen Wert auf die Energieeffizienz der Anlage gelegt. Damit arbeitet sie sowohl kostensparend als auch ressourcenschonend. Unter anderem wurde die Spritz- und Trockenkabine mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das ist vor allem bei der Lackierung interessant, wo die Norm eine 100-prozentige Frischluftzufuhr vorschreibt. Die Abluft wird dann über einen Kreuzstrom-Wärmeübertrager geführt. „Wir haben hier einen Wärmerückgewinnungsgrad von 58 Prozent gemessen“, sagt Griessler. Die zurückgewonnene Wärme unterstützt dann den Trocknungsprozess. Dort arbeitet die Anlage mit 90 Prozent Umluft, was ebenfalls den Energiebedarf verringert. Als weitere Wärmequelle nutzt Dunst seine Kompressorstation. Die dann noch benötigte Prozesswärme erzeugt eine eigene Hackschnitzelanlage im Unternehmen. Für eine forcierte Trocknung kann die Luft damit auf bis zu 60 °C erwärmt werden. Eine automatische, kameragestützte Personenerkennung zur Steuerung einer sektionalen Belüftung mit drei aktiv belüftbaren Lackierzonen spart zudem bis zu 70 Prozent Energie ein. Für die Verbindung von Freistrahlraum und Spritz- und Trockenkabine hat SLF nach eigenen Angaben ein durchgehendes Fördersystem entwickelt. Darüber kann ein Portalkran die Rolltore beider Anlagen überfahren. Dies ermöglicht es den Werkern, die großen und schweren Bauteile flexibel zu steuern und optimal zu handhaben.

Für Dunst Kfz und Hydraulik ermöglicht das neue Oberflächenzentrum ein flexibleres und unabhängiges Arbeiten. Zudem kann das Unternehmen eine neue Dienstleistung anbieten, nämlich die Lohnbeschichtung zum Aufarbeiten und zur Reparatur von Kundenfahrzeugen.

SI

SLF Oberflächentechnik GmbH

www.slf.eu

weitere Informationen

Dunst Kfz und Hydraulik

www.dunst-hydraulik.com