Wenn aus ferner Zukunft plötzlich Gegenwart wird

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Die Technologie-Geschichte ist voller Trendwenden. Dem Fortschritt positiv gegenüber zu stehen und ihn zu fördern, kostet vor allem in turbulenten Übergangsphasen mitunter Überwindung – mittel- und langfristig gibt es aber keine Alternative für eine erfolgreiche Zukunft.

Die Menschheitsgeschichte und auch die technische Entwicklung ist voller Trendwenden. Denken wir an die Verdrängung von Frachtsegelschiffen durch Dampfschiffe – und dann die Verdrängung von Dampfschiffen durch dieselgetriebene Schiffe. Auch das Überflüssigwerden vom Telefonzellen durch Mobiltelefone ist hierfür ein Beispiel. Nicht zuletzt ist natürlich die Verdrängung der jahrhundertelang den Stand der Technik repräsentierenden Pferdekutschen durch das Auto ein Paradebeispiel.

Noch vor wenigen Jahren galt Elektromobilität tendenziell und je nachdem, wen man gefragt hat, als eine Art Öko-Radikalismus. Doch dann kamen der große und die vielen kleineren Skandale rund um das Thema Abgasemissionen. Auch wenn die Skandale inzwischen weitgehend abgewickelt sind, haben sie die öffentliche und politische Meinung zum Thema extrem und nachhaltig beeinflusst. Aber nicht nur das, die E-Mobilität hat vor allem in letzter Zeit deutlich an Attraktivität und Image gewonnen und die Anzahl der Sichtungen reiner Elektrofahrzeuge im Alltag nimmt rasant zu – von Hybridfahrzeugen gar nicht zu reden. Und immer mehr große Automobilhersteller geben Bekenntnisse zum Produktionsende des Verbrennungsmotors ab. Wie ist das möglich? Außer Frage steht, dass der Verbrennungsmotor technologisch inzwischen in Bezug auf Wirkungsgrad und Schadstoffverhalten sehr weit ausgereizt ist und dass weitere deutliche Verbesserungen extrem aufwendig und auch teuer sind.

Ganz im Gegensatz zum Thema Elektromobilität, hier steht die technologische Entwicklung in Bezug auf die physikalisch-technischen Grenzen noch weit am Anfang. Sicherlich gibt es noch ungelöste Probleme, von den Rohstofffragen über das Löschen brennender Fahrzeuge bis hin zu den Ladezeiten. Aber wenn eine potente Industrie wie die Automobilbranche konsequent an Zielen arbeitet, wird es bald für viele Aufgabenstellungen Lösungen geben – ob das die Natriumbatterie, die Brennstoffzelle oder noch etwas anderes sein wird, spielt im Endeffekt keine entscheidende Rolle. Der Verbrennungsmotor jedenfalls ist erstmals in seiner Geschichte wirklich angezählt.

Den Strukturwandel, den der Abschied von diesem Meisterwerk aus bewegten Teilen, Bohrungen und Passungen auslösen wird, wird massiv sein. Gar nicht zu reden davon, wie viel Know-how auch in unserer Branche über Jahrzehnte aufgebaut wurde und nun mittelfristig an Bedeutung verlieren wird. Doch wären wir unseren Großvätern wirklich dankbar, wenn wir auch heute noch in Pferdekutschen von A nach B fahren würden? Dem Fortschritt positiv gegenüber zu stehen und ihn zu fördern, kostet vor allem in turbulenten Übergangsphasen mitunter Überwindung – mittel- und langfristig gibt es aber keine Alternative für eine erfolgreiche Zukunft.

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