REACH: Autorisierung für die Hartverchromung

Nach vier Jahren erteilte die europäische Kommission, rund zwei Jahre nach dem offiziellen Sunset Date, die erste Zulassung im Rahmen der REACH-Verordnung für die funktionelle Verwendung von Chrom(VI) im Rahmen der Anträge des Konsortiums von CTAC und CTACSub über einen Zeitraum von sieben Jahren. Die damit verbundenen Auflagen können allerdings zur Herausforderung für die Beschichter werden.

Die Geschichte der Chrom(VI)-Autorisierung im Rahmen von REACH ist lang. Die Prüfung durch die europäische Kommission der im Mai 2015 durch das aus sieben Unternehmen bestehende CTACSub -Konsortium eingereichten AfAs dauerte mehr als vier Jahre, währenddessen fand auch eine intensive Prüfung im europäischen Parlament statt. Erst am 18. Dezember 2020, rund zwei Jahre nach dem offiziellen Sunset Date für die Verwendung von Chrom(VI), erteilte die europäische Kommission nun die Zulassung. Die Überprüfungsfrist läuft bis zum 21. September 2024, also noch etwas über drei Jahre. Ganz entscheidend ist, dass die sogenannten Downstream-User prüfen, ob ihre Anwendung tatsächlich im Rahmen der erteilten Zulassung liegt und sie alle Bedingungen einhalten. Ansonsten drohen empfindliche Strafen. Die Genehmigungsbeschlüsse enthalten eine Reihe von Bedingungen, deren Einhaltung tatsächlich schwierig werden kann, einschließlich des Zeitplanes.

Zum Beispiel verlangt die europäische Kommission regelmäßige Emissions- und Expositionsmessungen - mindestens einmal jährlich. Diese müssen auf relevanten Standardmethoden und Protokollen basieren und repräsentativ sein für die Betriebsbedingungen. Besonders kritisch ist, dass diese Messungen erstmals innerhalb von sechs Monaten nach Annahme des Beschlusses, also bis zum 18. Juni 2021 durchgeführt werden müssen. Gleichzeitig steht für die betroffenen Unternehmen auch schon wieder die Entscheidung an, ob eine weitere Verwendung von Chrom(VI) angestrebt wird. Aufgrund der Vorlaufzeiten müssen auch hier die Entscheidungen je nach Autorisierungsstrategie relativ zeitnah fallen. Auch der VECCO erwartet als weiterer Vertreter eines der großen gemeinschaftlichen Anträge zur Authorisierung von Chrom(VI) demnächst eine Zulassungsentscheidung. Generell erwarten Brancheninsider durch die mit den Zulassungen verbundenen Auflagen erhebliche Auswirkungen und Herausforderungen für viele und vor allem auch kleinere Betriebe, während gleichzeitig der Substitutionsdruck für Chrom(VI) steigt.

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Rubrik Wissen:

Die Zukunft und Chrom(VI)

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