Multitasking in der Lackierkabine

Eine neuartige Lackierkabine ermöglicht die Innen- und Außenlackierung in einer einzigen Arbeitsstation. Durch weniger Farbwechsel in einem durchdachten Boxen-Layout können zudem VOC-Emissionen vermindert werden. Die Neuentwicklung von Dürr bringt auch in einer traditionellen Linienfertigung Vorteile.

Bis zu drei Lackiervorgänge in nur einer Kabine (Bild: Dürr Systems AG)

Nach wie vor wächst in der Automobilindustrie die Modellvielfalt und damit die Bandbreite, in der einzelne Werke fertigen müssen. Die Produktion muss daher flexibel sein, um die steigenden Anforderungen in Bezug auf Effizienz und Nachhaltigkeit bewältigen zu können. Mit der neuen Lackierkabine EcoProBooth von Dürr gibt es jetzt ein Konzept, das sich wesentlich von bisherigen Kabinen unterscheidet. Um Ressourcen zu sparen, fasst die EcoProBooth bis zu drei Lackiervorgänge – den Innen- und die beiden Außenaufträge – in nur einer Kabine zusammen. Zudem lassen sich die Roboter für die Außenlackierung reinigen, wenn sie pausieren, während die übrigen Roboter die Innenlackierung applizieren, und umgekehrt. Durch die Verteilung der Aufgaben kann für die Außen- und Innenlackierung in einer Kabine jeweils unterschiedliche, optimal abgestimmte Applikationstechnik eingesetzt und damit die bestmögliche Qualität erreicht werden.

Die neue Lackierkabine EcoProBooth bietet für Wartungsarbeiten Service Cubicles − Service-Kabinen, die in jeder Ecke der Lackierkabine integriert sind, durchgehend mit Frischluft gespült werden und jederzeit bedenkenlos zugänglich sind. Muss ein Roboter gereinigt oder gewartet werden, bewegt er sich zum Service Cubicle und streckt seinen Arm durch ein Verbindungsfenster in den Service-Bereich, wo ihn ein Mitarbeiter leicht erreichen kann. Bislang muss die Produktion gestoppt werden, um Roboter zu reinigen oder kleinere Instandsetzungsarbeiten vorzunehmen. Nun ist es während der Produktion möglich, Zerstäuber zu reinigen oder Glockenteller zu tauschen, ohne dass der zuständige Mitarbeiter den Applikationsbereich in der Lackierkabine betreten muss. Im zugehörigen Trockenabscheidesystem EcoDryScrubber wird die Luft zuerst von Lackpartikeln gereinigt und anschließend in einem direkt der Lackierkabine zugeordneten Umluftaggregat rekonditioniert. Der Energiebedarf für die Rekonditionierung der Umluft ist wesentlich geringer als für die Konditionierung der Frischluft von außen.

Ihre volle Stärke spielt die EcoProBooth im modularen Boxenkonzept der „Lackieranlage der Zukunft“ aus. Die Lackierkabine ist für einen Karosseriemix von Kleinwagen bis zu mittelgroßen SUVs ausgelegt und ermöglicht eine einfache Skalierung entsprechend sich ändernder Stückzahlen. Die Größe und der Aufbau der Box sind standardisiert, sodass einfache Umrüstungen und Erweiterungen möglich sind, ohne die Produktion in anderen Boxenabschnitten zu beeinflussen. Die neuen Lackierkabinen können aber auch eine Linienfertigung ergänzen. Hier erhöht die EcoProBooth die Anlagenverfügbarkeit, indem die Service-Arbeiten ohne Produktionsunterbrechung in die Prozessschritte integriert werden. Durch ihren geringeren Energieverbrauch macht die neue Kabine den gesamten Lackierprozess nachhaltiger.

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