Die Vorbehandlung von Karosserien verbessern
Modulare Komponenten für einen skalierbaren Anlagenbau in der Lackiererei

Klassische Tauchbecken, die für die Vorbehandlung von Karosserien zur Verfügung stehen, benötigen viel Platz. Ein neues Anlagendesign unterstützt den Bau einer flexiblen und skalierbaren Nassanlage. Das Ergebnis: Sie arbeitet energie- und materialsparend und bietet die richtige Größe auch für kleine bis mittlere Produktionskapazitäten.
Der Prozessschritt Vorbehandlung, der der Lackierung von Fahrzeugen vorangeht, benötigt viel Platz. Denn die Becken für Grundreinigung und Tauchlackierung, die Teil der Vorbehandlung sind, orientieren sich an den jeweils größten Karosserien und längsten Prozesszeiten. Dürr hat mit Eco-ProWet PT hat Dürr ein neues, modulares Vorbehandlungssystem. Es revolutioniert Anlagen für kleine und mittlere Kapazitäten in Sachen Skalierbarkeit, Nachhaltigkeit und Platzbedarf.
Die Vorbehandlung (VBH) ist die erste Station im Lackierprozes. Hier wird die aus dem Rohbau kommende Karosserie gereinigt, entfettet und für die nachfolgende Beschichtung vorbereitet. Im zweiten Prozessschritt folgt die kathodische Tauchlackierung (KTL). Hierbei wird eine Grundierungsschicht auf die Karosserie auftgetragen, die als Korrosionsschutz dient. Bislang sorgt bei Dürr das Rotationstauchverfahren RoDip dafür, die Prozesse des Eintauchens und Abtropfens effizient zu gestalten. Das Vorbehandlungssystem EcoProWet PT stellt sich dabei als eine Alternative zu dem etablierten Verfahren dar.

Modulare Vorbehandlung statt großer Tauchbecken
Das neue Anlagendesign von Dürr sieht anstelle ausgedehnter Tauchbecken kompakte Kammern vor. Je nach Prozessschritt werden diese geflutet oder sind als Spritzkammern ausgeführt. Auf der Prozessebene wird die Karosserie durch ein Rolltor in den Tunnel auf den Querverschiebewagen eingeschleust. Dieser befördert sie zu den jeweiligen Prozesskammern. Für spätere Serienanlagen sind bis zu fünf solcher Querverschiebewagen vorgesehen. Sie arbeiten in vorher definierten Abschnitten und bringen die Karosserien zu den Kammern.
Wie die Kammern selbst sind alle Elemente der Anlage modular ausgestaltet. Damit wird eine effiziente Logistik möglich, ebenso wie kurze Montage- und Inbetriebnahmezeiten beim Bau. Dies betrifft den Tunnel, den Stahlbau, die Fördertechnik, aber auch Elemente wie das Tor, das die Flutkammer sicher verschließt. Durch die massive Bauweise hält das Tor dem Wasserdruck auch bei vollgefüllter Kammer und während des Flutens stand. Die optionale Isolation innerhalb des Tores trägt wesentlich zur Energieeffizienz der Anlage bei, denn sie reduziert die Wärmeverluste auf ein Minimum.
Umweltschonender Boxenstopp für die Grundreinigung
Eine Vielzahl an Düsen behandelt die Karosserien in der Spritzkammer. Diese Düsen richten sich flexibel an der Größe und Form der Karosserien aus. Sie lassen sich zu- und abschalten. Auch kritische Bereiche wie etwa Türeinstiege wreden so erreicht. Eine Lanze mit einer speziellen rotierenden Düse sorgt darüber hinaus für die gezielte und effiziente Reinigung des Innenraums.
Die Behandlungsflüssigkeit in der Flutkammer läuft aus einem oberhalb befindlichen Pufferbehälter in die Kammer ein. Die so entstehende Dynamik unterstützt ao zusätzlich das Reinigen der Karosserie. Es kommt zudem nur so viel Flüssigkeit zum Einsatz, wie für die jeweilige Größe der Karosserie benötigt wird. Die Filtration zur Wiederaufbereitung der entsprechenden Reinigungsflüssigkeit erfolgt im Vollvolumenstrom auf dem Rückweg vom Gegenbehälter zurück in den Pufferspeicher.
Im Serienbetrieb sind Taktzeiten und Anlagenmodule so aufeinander abgestimmt, dass der Pufferbehälter immer dann gefüllt ist, wenn Flüssigkeit gebraucht wird. Weil die Pumpen ebenfalls entsprechend des tatsächlichen Bedarfs gesteuert werden, lässt sich der für ihre Leistung erforderliche Energiebedarf auf ein Minimum reduzieren.

Moderne Dünnschichtverfahren ersetzen Zinkphosphatierung
In der Vorbehandlung in Automobillackierereien wird der bisher gängige Prozess der Zinkphosphatierung ersetzt. An seine Stelle treten neue Dünnschichtverfahren. Diese minimieren den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien und den Aufwand zur Abwasserbehandlung. Diese Dünnschichtverfahren haben sich erfolgreich am Markt etabliert. Sie erfüllen heute schon die hohen Anforderungen an den Korrosionsschutz. Die von Dürr entwickelte Vorbehandlung EcoProWet PT eignet sich optimal für Dünnschichtverfahren. Das System wurde in enger Abstimmung mit führenden Chemieherstellern entwickelt. Gemeinsam mit den beiden europäischen Marktführern BASF/Chemetall und Henkel hat Dürr am Hauptsitz in Bietigheim umfangreiche Testreihen zur Validierung des neuen Anlagenkonzepts durchgeführt. Dazu stand eine eigens dafür errichtete Pilotanlage zur Verfügung.
Die Bewertung der Testergebnisse durch die Chemielieferanten belegt die hervorragende Eignung des Anlagenkonzepts für moderne, umweltschonende Dünnschichtprozesse. Zudem bestätigt sich die hohe Flexibilität des Systems, das eine optimierte Prozessgestaltung für unterschiedliche Substrate und Karosserietypen ermöglicht. Somit ist es durch die enge Zusammenarbeit gelungen, ein System zu entwickeln, das die Anforderungen an die Nachhaltigkeit künftiger Produktionsprozesse in besonderem Maß erfüllt.
Dürr Systems AG
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