Industrieverband IBU warnt: Erst fehlen Chips, dann Stahl

Fehlendes Vormaterial bedroht die Automobil-, Maschinenbau- und Elektroindustrie. Der Industrieverband Blechumformung fordert dringend eine Anpassung von Nachfrage und Produktion.

Bernhard Jacobs: Die Lage spitzt sich zu (Bild: IBU)

Laut dem IBU sind die Stahllager der stahlverarbeitenden Unternehmen nahezu leer. Das Wiederhochfahren der Produktion verlief vielfach holprig, so IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. Die Suche nach Deckungskäufen oder gar Zusatzmengen verläuft für Zulieferer schwierig. „Dadurch ausgelöste Produktionsstopps wären eine Vollbremsung für den wirtschaftlichen Erholungsprozess“, fürchtet Jacobs. Der Verband spricht für über 240 stahlverarbeitende Unternehmen.

Der massive Mangel gekoppelt mit Extrempreisen beutelt Verwender von Flach- und Spezialstählen, Langprodukten und Walzdrähten. Ausweichmöglichkeiten sind rar: Stahl ist weltweit gerade Mangelware, Zölle und limitierte Kontingente machen zudem die EU-Einfuhr schwer bis unmöglich. Umso unverständlicher ist es für den IBU, dass die Europäische Kommission Stahlimporte aus der Türkei mit Zöllen belegt hat. „Das forciert den Engpass weiter und macht die Anpassung der EU-Stahlherstellung an die Nachfrage noch wichtiger“, bekräftigt Jacobs.        

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