Das richtige Finish für Brillen

Auch kleinste Bauteile schonend bearbeiten: Ein spezielles Gleitspaltsystem ermöglicht eine gründliche und schadenfreie Endbearbeitung von Brillen-Bauteilen – auch als Schüttgut.

Brillengestelle bestehen aus kleinen, sehr fragilen Bauteilen, die sorgfältig entgratet und verwendet werden müssen (Bild: ChrisChips - stock.adobe.com)

Unabhängig von der Anwendung besteht eine Brille im Wesentlichen aus den Brillengläsern und der Brillenfassung. Während bei den Gläsern meist funktionale Eigenschaften wie Antireflex oder easy-to-clean durch spezielle Beschichtung im Vordergrund stehen, wird die Brillenfassung oft als reines Designelement wahrgenommen. Tatsächlich allerdings besteht eine Brillenfassung bei genauer Betrachtung aus erstaunlich vielen einzelnen und kleinen Bestandteilen – von den Brillenbügeln, und Bügelrundungen über die Bügelscharnieren und dem Brillenrahmen bis hin zu den Nasenplättchen und dem Nasensteg. Letzterer ist als Verbindungsstück des Gestells zwischen den Brillengläsern von besonderer Bedeutung für das Design, aber auch den Tragekomfort. Besonders für eine hochwertige Brille ist zum Beispiel ein vollständig entgratet der und verrundeter Nasensteg wichtig.

Insgesamt fordern alle Bestandteile einer Brille eine sorgfältige Endbearbeitung, um sowohl den Tragekomfort, als auch eine hochwertige Anmutung sicherzustellen. Insofern bieten sich hier Gleitschleifverfahren an, um die im Herstellungsprozess entstandene Grate an den teilweise sehr kleinen Werkstücken zu entfernen. Im ersten Bearbeitungsschritte wird hierfür häufig zunächst ein starkschleifender Keramikschleifkörper verwendet, gefolgt von einem Kunststoffschleifkörper für den Feinschliff im nächsten Prozessschritt. Damit die Brillenbestandteile während des Prozesses sauber bleiben, spült ein Compound den Schleifabrieb aus und bietet gleichzeitig Korrosionsschutz. Für die Politur sorgt oft ein spezielles Walnussgranulat, denn dieses weiche Material erlaubt ein sehr effektives Hochglanzpolieren und ist von daher für die Optik ein wichtiges Kriterium. Anschließend werden metallische Brillengestelle in der Regel noch galvanisiert oder lackiert.

Für den effektiven Gleitschleif-Prozess bietet die Firma Otec ein besonderes Tellerfliehkraftverfahren an, bei dem der rotierende Teller von dem Behälter durch einen einstellbaren Spalt getrennt ist. Hierdurch erreicht das Schleifmittel eine toroide Strömung mit hoher Relativgeschwindigkeit und die Brillenbestandteile können durch die Wirkung der unterschiedlichen Fliehkräfte präzise und intensiv bearbeitet werden. Dabei führen runde Rippen im Teller zu einer sanften Bearbeitung, während flache, kleine Bestandteile nicht am Tellerrand haften bleiben und demzufolge vollständig bearbeitet werden. Anders als bei herkömmlichen Bearbeitungsverfahren ist es bei den OTEC-CF-Tellerfliehkraftanlagen möglich, auch sehr kleine Brillenbestandteile aus Metall schadenfrei zu bearbeiten. Denn durch das spezielle Gleitspaltsystem kann das Spaltmaß zwischen dem drehenden Teller und dem stillstehenden Behälter fast bis auf null verringert werden. Dadurch können sich Werkstücke nicht im Spalt verkeilen und Schäden werden vermieden. Außerdem bietet dieses Gleitspaltsystem den Vorteil, auch sehr feinkörnige Schleifkörper verwenden zu können. Laut Hersteller reduziert außerdem die optimierte Behältergeometrie die Bearbeitungszeit um bis zu 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Maschinen.

Surface-News

Der Newsletter der Oberflächenbranche - kostenfrei die Surface-News bestellen!

Jetzt abonnieren