Zwischen Abhärtung und konstruktiver Problemlösung

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Die PaintExpo 2026 hat unter schwierigen Rahmenbedingungen ein bemerkenswert klares Signal gesendet. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, eingeschränkter Reisetätigkeit in nicht wenigen Unternehmen und zusätzlicher externer Störungen durch Streiks verlief die Messe erfolgreich.


Insgesamt zeigte sich die Branche erfreulich widerstandsfähig. Viele Aussteller berichteten von ungewöhnlich konkreten Anfragen, von belastbaren Projekten und – nicht selbstverständlich in der aktuellen Lage – von erstaunlich gut gefüllten Auftragsbüchern.

Das ist trotz all der äußeren Umstände eine mutmachende Entwicklung, offenbar werden Investitionen derzeit nicht grundsätzlich zurückgestellt, sondern gezielt, selektiv und an unmittelbaren Effizienzgewinnen ausgerichtet. Besonders auffällig ist dabei der Fokus auf Retrofitlösungen. Groß angelegte Neubauten werden dagegen seltener. Das passt zu einer Industrie, die sich aktuell zwischen Kostendruck, regulatorischen Anforderungen und unsicheren Absatzperspektiven neu austarieren muss.

Geplant werden muss auch in volatilen Zeiten

Insgesamt bleibt das Umfeld widersprüchlich. Politische und geopolitische Spannungen führen ständig zu Ereignissen, die noch vor wenigen Jahren global und unmittelbar ausufernde Panik ausgelöst hätten – und das nicht nur auf den Aktienmärkten. Auch wenn es derzeit keine sonderlich stabilen Rahmenbedingungen zu geben scheint – geplant werden muss dennoch. Mit einem hohen Maß an Flexibilität – um auf unvorhersehbare Entwicklungen reagieren zu können. 

Gerade die Digitalisierung entwickelt sich in diesem Kontext von einem eher unterstützenden Werkzeug zu einem wichtigen  Steuerungselement. Die Reise geht zügig weg von statischen Automatisierungslösungen, hin zu vernetzten, flexiblen Systemen. Insbesondere die Perspektive, komplexe Handhabungsaufgaben wirtschaftlich automatisierbar zu machen, adressiert ein zentrales Problem vieler Betriebe in der Oberfläche – den nach wie vor hohen manuellen Anteil in der Produktion.

Die Themen der mo-Ausgabe 3/2026 sind den Entwicklungen entsprechend breit gefächert, von effizienter Applikationstechnik, leistungsfähige Vorbehandlungen für Aluminium und Titanbeschichtungen für Komposit-Bipolarplatten über eine schweißfreie, verzinkte Siebmaschine bis hin zu hochfunktionalen Schichten durch elektrochemisch induzierte Abscheidung (ECiD). 

Stabilität ohne Garantie

Das Gesamtbild ist klar, aber nicht widerspruchsfrei: Die Branche ist technologisch gut aufgestellt und die Auftragslage zeigt sich offenbar stabiler als man angesichts der Umstände befürchten könnte – gleichzeitig bleiben realistische Prognosen extrem schwierig. 

Die PaintExpo jedenfalls hat deutlich gemacht, dass unsere Branche trotz der aktuellen Bedingungen funktionieren kann. Ob sich diese tendenziell zuversichtliche Grundstimmung auch in anderen Sparten der Oberflächentechnik verstetigen kann – dafür wird in Kürze unter anderem die SurfaceTechnology Germany in Stuttgart Indizien liefern. Es bleibt zu hoffen, dass auch das Resümee der zweiten großen Messe der Oberflächenbranche in diesem Jahr sein wird, dass die Unternehmen inzwischen konstruktive Wege gefunden haben, mit den herrschenden Unwägbarkeiten und Widrigkeiten umzugehen. 

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