ZVO-Studie: Cr(VI)-Restriktion könnte Wertschöpfung Milliarden kosten

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Eine von ZVO und VECCO initiierte Untersuchung beziffert mögliche wirtschaftliche Folgen eines Nicht-Einsatzes von Chrom(VI). Für 35 untersuchte Unternehmen und ihre nachgelagerten Wertschöpfungsketten ergeben sich potenzielle Kosten von rund 1,65 Milliarden Euro.

Im europäischen REACH-Restriktionsverfahren zu Chrom(VI) spielt die Bewertung der sozioökonomischen Folgen eine wichtige Rolle. ZVO und VECCO haben deshalb EPPA mit einer Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen beauftragt, die mit einem möglichen Nicht-Einsatz von Cr(VI) verbunden wären.

Grundlage sind aggregierte Daten von 35 Unternehmen aus Deutschland und Österreich. Sie beschäftigen zusammen rund 6.000 Vollzeitäquivalente und erzielten 2025 einen Umsatz von etwa 625,8 Millionen Euro. Mehr als 3.300 Kunden beziehen von ihnen chrombeschichtete Bauteile, rund 79 Prozent davon sind kleine und mittlere Unternehmen.

1,65 Milliarden Euro potenzielle Kosten

Die Untersuchung berücksichtigt neben den direkten Folgen für die Beschichtungsbetriebe auch Auswirkungen auf nachgelagerte Unternehmen. Beziffert werden wirtschaftliche Effekte von 252 Millionen Euro, soziale Kosten von 57 Millionen Euro sowie Netto-Kosten für Rückbau und Stilllegung von Anlagen von 18 Millionen Euro.

Den mit Abstand größten Posten bilden mit rund 1,3 Milliarden Euro die Auswirkungen auf nachgelagerte Unternehmen und Wertschöpfungsketten. Insgesamt summieren sich die potenziellen Kosten für die untersuchte Stichprobe damit auf rund 1,65 Milliarden Euro.

Die Größenordnung verdeutlicht die Bedeutung der Oberflächentechnik innerhalb industrieller Lieferketten. Die untersuchten Betriebe beliefern mehr als 20 Sektoren, darunter Maschinenbau, Verteidigung, Medizintechnik und Lebensmittelindustrie.

Downstream-Effekte erhöhen Kosten erheblich

Unter Einbeziehung der Lieferketteneffekte errechnet die Studie Kosten von rund 5,4 Millionen Euro je unmittelbar exponiertem Beschäftigten. Dem wird ein Kostenansatz von 0,13 Millionen Euro je Arbeitnehmer im SEAC-Ansatz gegenübergestellt. Die Untersuchung kommt damit auf einen um den Faktor 41,5 höheren Wert.

Eine Ursache für diesen Unterschied liegt in der Funktion beschichteter Bauteile: Der Wert der galvanischen Oberfläche kann im Verhältnis zum Gesamtbauteil gering sein, für Korrosions- und Verschleißschutz, Lebensdauer oder technische Funktion jedoch entscheidend. Einschränkungen bei der Beschichtung können deshalb wirtschaftliche Folgen in nachgelagerten Produktionsstufen auslösen.

Studie sieht Risiko von Produktionsverlagerungen

Als weitere mögliche Folgen einer Restriktion nennen die befragten Unternehmen Werksschließungen und Produktionsverlagerungen in Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Dies könnte insbesondere bei Lieferketten für strategisch relevante Bereiche wie Verteidigung, Energie, Pharma und Lebensmittelindustrie Auswirkungen auf die europäische Versorgungssicherheit haben.

Die Autoren verstehen die errechneten Werte als Untergrenze. Eine breitere Unternehmensbasis und zusätzliche Kostenpositionen könnten den Gesamteffekt erhöhen.

Der ZVO betont zugleich die Bedeutung des Schutzes von Beschäftigten und Umwelt vor Cr(VI)-Expositionen. Bei der Ausgestaltung der europäischen Regulierung müssten jedoch technische Umsetzbarkeit, Verhältnismäßigkeit und die wirtschaftlichen Auswirkungen entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette berücksichtigt werden.

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