Lacknebelabscheidung und Wasseraufbereitung nachhaltig und kostenoptimiert

Optimales Verfahren zur Lacknebelabscheidung auswählen

(Febr. 2020/OM) - Um eine Lacknebelabscheidung möglichst kostenoptimiert und nachhaltig betreiben zu können, müssen Lackierbetriebe eine Vielzahl von Anforderungen beachten, um das für den Betrieb optimale Verfahren auszuwählen: das Trocken- oder das Nassauswaschungsverfahren.

Ressourcen, Emissionen und die Betreiberexpertise haben neben anderen Faktoren den größten Einfluss auf die Entscheidung. Bei der Auswahl des für den jeweiligen Betrieb optimalen Lacknebelabscheideverfahrens gilt es zwischen Investition- und Betriebskosten zu entscheiden und Nachhaltigkeitsfaktoren abzuwägen. Ebenso müssen standortspezifische und betriebstechnische Aspekte berücksichtigt und für einen Umbau oder Neubau geplant werden. Hinzu kommen Themen wie Gewährleistung der Betriebssicherheit, effektives und kosteneffizientes Behandlungsverfahren, optimales Wasser- und Abfallmanagement. Bei der komplexen Aufgabenstellung ist es sinnvoll erfahrene Branchenexperten mit Expertise in der Wassertechnik als Unterstützung für den Auswahlprozess einzubinden.

Die Vor- und Nachteile des Trockenabscheideverfahrens und des Nassauswaschungsverfahren müssen gründlich abgewogen werden. So können beispielsweise mit neuen Technologien im Trockenabscheidungsverfahren sowohl der Wasser- als auch der Energieverbrauch signifikant reduziert werden. Dagegen müssen eine erweiterte Logistik und eine gestiegene Abfallentsorgung (bis zu Faktor 10) für das Material der Trockenabscheidung beachtet werden.

Außerdem stellen sich Anlagenbetreibern seit Inkrafttreten der 42.BImSchV zusätzliche verpflichtenden Auflagen und Aufgaben, die Nassauswäscher und damit die Nassauswaschungen in Lackierereien betreffen. Für Betreiber bedeutet dies oft neue Aufgabenstellungen und einen erhöhten zeitlichen Aufwand. Ein erfahrener Partner für die industrielle Wasserbehandlung kann Empfehlungen und Handlungshilfen zur 42. BImSchV geben. Konkret kann die Unterstützung folgende Bereiche umfassen:

  • Checkliste für Betreiber von Lackieranlagen
  • Kommunikation mit Behörden | Kataster
  • Laboruntersuchungen
  • Gefährdungsbeurteilung | Betriebstagebuch
  • Überprüfung und Beurteilung der Wirksamkeit des mikrobiologischen Behandlungsverfahrens
  • Erstellen eines Maßnahmenplans
  • Durchführung eines Aktionsplans inkl. Anwendungs- und Dosierempfehlungen von Bioziden

Envirochemie ermittelt im Rahmen von Betreuungsmodellen Einsparpotentiale und Anlagenoptimierungen für Kunden und zeigt Lösungsansätze, wie beispielsweise die Betriebskostenoptimierung der Lackkoagulierung durch den Einsatz eines Vakuumbandfilters zur Lackabwasseraufbereitung.

Bei der Nassauswaschung des Lackoversprays spielt der kontinuierliche Feststoffaustrag und die Güte der anschließenden Lackschlammentwässerung eine entscheidende Rolle bei der Optimierung des Anlagenbetriebs und der –kosten. Grundlage für eine optimale Entwässerung ist die Etablierung eines chemischen Verfahrens für die Lackkoagulierung, welches den bestmöglichen Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) des ausgetragenen Lackschlamms über ein möglichst breites Betriebsspektrum und verschiedenste Lackarten sicherstellt. Typische Anforderungen sind:

  • Vermeidung von Schäumen des Systemwassers, was u.a. zu unzureichendem Lackschlammaustrag führt, insb. bei Flotationsanlagen.
  • Vollständige Entklebung und Denaturierung der Lackfeststoffe
  • Umfassende Koagulation der Lackpartikel (-> Mikroflocke) und Bildung einer optimalen Flocke (-> Makroflocke), welches die Voraussetzung für einen gut flotierbaren oder sedimentierbaren Schlamm ist, der ausgetragen werden kann.
  • Optimale abschließende Lackschlammaufbereitung durch stabile und qualitativ gut entwässerbare Flocken.

Praxisbeispiel: Lackschlammaufbereitung für einen Automobilhersteller

Im Zweischichtbetrieb betreut Envirochemie die Lackkoagulierung und die Lackschlammaufbereitung bei einem deutschen Automobilhersteller. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollte das Verfahren der Lackschlammaufbereitung mittels Vakuumbandfilter optimiert werden, d. h. die Entwässerungsergebnisse sollten möglichst verbessert und die Lackschlammentsorgung kontinuierlich gewährleistet werden. Bei dem Automobilhersteller sollten außerdem Betriebs- und Instandhaltungskosten für das derzeitige Entwässerungsverfahren über Dekanter/Zentrifugen reduziert sowie anstehende Investitionskosten minimiert werden. Envirochemie ermittelte während eines dreimonatigen Betriebsversuchs vor Ort Optimierungspotentiale und setzte sie gemeinsam mit dem Kunden um. Außerdem lieferte Envirochemie die für den Betrieb maßgeschneiderten Wasserchemikalien aus eigener Produktion.

Fazit

Der dreimonatige Praxistest bei einem Automobilhersteller hat gezeigt, dass mit auf den Prozess abgestimmten Wasserchemikalien und optimal eingestellten Anlagenparametern der Lackschlamm betriebssicher ausgetragen und entsorgt werden kann, weil die Chargenlaufzeiten um 50% reduziert werden. Unplanmäßige Zusatzkosten für die Entsorgung werden vermieden. Die Betriebs- und Instandhaltungskosten werden um 50% reduziert. Der Einsatz eines Vakuumbandfilters zur Entwässerung des Lackschlamms führt sogar zu einer Reduzierung der Energiekosten um 75%.

Bei bestehenden Anlagen zur Wasseraufbereitung und zur Lackschlammentwässerung in Lackierbetrieben lohnt sich die Überprüfung der Behandlungsverfahren und –parameter. Zusammen mit erfahrenden Partnern können hier signifikante Verbesserungen hinsichtlich eines ressourcen- und energieeffizienten Betriebs erreicht werden, ohne Qualitätseinbußen.

Die Projektrahmendaten

Produktion: 340.000 PKW/Jahr
Lackierverfahren: IPP Verfahren
Eingesetzte Lacke: KTL, WB Basislack, SB 2K Klarlack
Lackhersteller: BASF, PPG

► EnviroChemie GmbH

www.envirochemie.com

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