Wenn Schichtdicke funktionsrelevant wird

Messen und Prüfen | Lackieren |

Mit seiner präzisen Beschichtungstechnik erfüllt ILB Biedermann die Qualitätsanforderungen der Automobil-Branche. Ein hoher Automatisierungsgrad und eine Inline-Schichtdickenprüfung ermöglichen es, die Anlagen ressourceneffizient zu betreiben, top Qualität zu liefern und gleichzeitig Kosten einzusparen.

 

Die ILB Biedermann beschichtet heute viele Millionen Teile im Jahr, die weltweit zum Einsatz kommen – sowohl mit Nasslack als auch mit Pulver. Als der gelernte Ingenieur für Maschinenbau und Lackiererei Bernd Biedermann das Unternehmen 1991 mitgründete, beschichtete das Start-Up allerdings zunächst noch Bauteile im Handbetrieb mit Pulverlack – in einer Garage. Doch in den Folgejahren wurde stetig in einen Ausbau der Produktion und Automatisiserung investiert.
2003 konnte durch engagierte Automatisierungsprojekte die Automobil-Branche als Kunde gewonnen werden, wodurch der Ausbau der Produktion der ILB Fahrt aufnahm und sich bis heute zu einem hochmodernen und großen Lackierzentrum mit einem breiten Dienstleistungsportfolio entwickeln konnte. „Uns war klar, dass nur eine vollständige Automatisierung der Beschichtung die Qualität optimieren kann“, erklärt Firmengründer Bernd Biedermann dazu. Mittlerweile arbeiten rund 100 Mitarbeiter bei dem Thüringer Unternehmen, davon alleine 25 in der Beschichtung. Jüngste Investitionen flossen in die nasschemische Vorbehandlung, das Nasslackzentrum, ein hauseigenes Labor und die Pulverbeschichtung. „Um in der Automobilbranche erfolgreich sein zu können, benötigten wir auch eine erstklassige Qualitätssicherung“, erklärt Biedermann. Denn kaum eine Branche stellt so hohe Anforderungen an Oberflächen wie die Automobilhersteller.
Um sich teure, aufwändige Prozesse wie Überbeschichten, das Entlacken fehlbeschichteter Teile oder eine Entsorgung zu sparen, sollte die Schichtdicke direkt nach der Pulverlackapplikation noch vor dem Einbrennen gemessen werden. Denn so lassen sich mit geringem Zeitverlust die Beschichtungsparameter optimieren, Fehler vermeiden und die Qualität steigern. „Da die Beschichtungsdicke eine funktionskritische Kenngröße ist, müssen alle Arten von Beschichtungsfehlern wie ungleichmäßiger Pulverauftrag, Kratzer, Risse oder eingeschlossene Fremdpartikel zuverlässig erkannt werden”, erklärt Biedermann.

Zuverlässiges Schichtdickenprüfsystem gesucht

ILB sondierte damals also den Herstellermarkt der Schichtdickenmesssysteme, aber im Jahr 2005 gab es fast ausschließlich kontaktbehaftete Systeme, die auf der ausgehärteten beziehungsweise vernetzten Lackschicht aufsetzen mussten. „Wir hätten also erst nach dem Einbrennen messen können. Doch bis eine solche Messung nach dem Aushärten endlich Ergebnisse liefert, kann viel teurer Ausschuss entstehen. Wir wollten deshalb unbedingt eine berührungslose Schichtdickenmessung“, erinnert sich Biedermann. Zusätzliche
Herausforderungen stellten in der konkreten Anwendung die kurzen Taktzeiten und die sehr beengten Platzverhältnisse bei diesem Projekt dar.

 

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