Mit 80 Prozent zum perfekten Finish

Lackieren | Erstellt von cb

Durch Luftbefeuchtung die Qualität optimieren: Ein patentiertes Befeuchtungsverfahren reinigt und konditioniert die Zuluft für Lackierprozese auf 80 Prozent relativer Feuchte, minimiert Overspray und steigert Qualität und Appearance erheblich.

Die Applikation von Wasserlacken führt deutlich häufiger zu Schwierigkeiten als bei der Verwendung von Lösemitteln, denn diese sind deutlich pflegeleichter. Besonders häufig treten Probleme auf, wenn ein Umstieg von Lösemittellacken auf Wasserbasislacke stattfindet, ohne dass die Anlagentechnik entsprechend angepasst wird. Quell vielen Übels ist die Tatsache, dass die Umgebungsluft dem Wasserlack sein Wasser entzieht – je geringer die relative Luftfeuchtigkeit ist, desto stärker. Werden Luftmassen erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Verhältnis zur Temperaturdifferenz.

Wenn die Luft zu trocken ist

Ein fein zerstäubtes Aerosol aus festen Lackpartikeln und Wasser, wie es beim Zerstäuben von der Lackierpistole erzeugt wird, hat eine um ein Vielfaches größere Oberfläche als das gleiche Lackvolumen zum Beispiel im Becher der Lackierpistole. Deshalb steigt mit sinkender Sättigung der Luft die Verdunstungsgeschwindigkeit an. Die Wassertröpfchen, die die Lackpartikel umhüllen, fangen dann sofort beim Verlassen der Lackierpistole an zu schrumpfen. Auf dem Weg zur zu lackierenden Oberfläche kann dabei substantiell Volumen verloren gehen und sich demzufolge auch das Benetzungsverhalten des Lackes ändern. Je kleiner ein solches Tröpfchen ist, desto eher fallen die Inhaltsstoffe, die den eigentlichen Lack ausmachen und im Wasser gelöst waren, komplett aus. Mit dem Wasser geht auch ein Großteil der Masse und damit der kinetischen Energie verloren. In der Folge erreicht das vertrocknete Tröpfchen meist nicht mehr sein Ziel, sondern schlägt sich dort nieder, wo es die allgemeine Luftströmung hinzieht – zum Beispiel an den Verfahreinheiten eines Spritzautomaten oder im besten Fall im Abluftfilter. Treffen diese vertrockneten Lackreste direkt auf die lackierte Oberfläche, führen sie unweigerlich zu Qualitätsmängeln. Aber selbst, wenn die Lackpartikel noch mit ausreichend Wasser umhüllt auf die Oberfläche treffen, kann zum Beispiel bei höheren Temperaturen und besonders trockener Luft durch eine zu schnelle Verdunstung des Wassers aus den äußeren Lackschichten Hautbildung einsetzen und es zu Lufteinschlüssen kommen. Im Trockner werden dann daraus Kocher oder Bläschen und es ent-
steht teure Nacharbeit. Das muss nicht so sein.

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