Lackiererei für höchste Ansprüche

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Neue Lackiererei für den Elektro-Porsche Taycan – Qualität und Nachhaltigkeit auf sehr hohem Niveau: Das Konzept der neuen Lackiererei für den Elektro-Sportwagen berücksichtigt sowohl die besonders hohen Ansprüche der Kunden an die Lackierqualität und Individualisierung als auch das Thema Nachhaltigkeit – das Werk in Zuffenhausen arbeitet seit 2020 CO2-neutral.

Das Porsche-Werk in Zuffenhausen ist eng mit dem Mythos Porsche verwoben – seit Ferdinand Porsche 1950 mit 220 Mitarbeitern anfing, hier den Porsche 356 zu bauen, den Vorläufer des legendären 911ers, steht der Standort im Zentrum des Erfolges. Obwohl die geographisch eng begrenzte Stadtlage es zu einer steten Herausforderung für die Produktion macht, Wachstum zu realisieren, stand es nie zur Debatte, den Standort zu verlagern.
„In Zuffenhausen stellen wir das her, was den Kern der Marke Porsche ausmacht, vom 911, dem Cayman und Boxster bis hin zu den Cup-Fahrzeugen“, erläutert Jens Brücker, der 2020 die Werkleitung übernahm. „Es gibt sehr viele Kontakt Rennstrecken auf der Welt, aber keine davon erreicht den Nimbus der Nordschleife. Und so gibt es auch viele Automobilwerke in der Welt, davon lässt sich aber keines mit unserem Standort vergleichen.“
Noch 1988 stellten in Zuffenhausen 2820 Mitarbeiter knapp 19.000 Fahrzeuge her. 2019 bauten 8000 Mitarbeiter rund 55.000 Sportwagen. Im vergangenen Jahr produzierten 9.500 Mitarbeiter mehr als 75.000 Fahrzeuge und rund 800 Motoren pro Tag. Mit dem bis zu 760 PS starken Elektro-Sportwagen Taycan ist der Standort außerdem zusätzlich in die elektrische Antriebsstrangfertigung eingestiegen und beliefert den Konzern-Bruder Audi Etron GT.  Es ist bemerkenswert, dass es Porsche an seinem Hauptsitz trotz der räumlichen Enge gelungen ist, das exponentielle Wachstum der letzten Jahre zu realisieren und zusätzlich eine komplette Fertigungslinie für den neuen Taycan zu integrieren.
„Wir wollen auch in Zukunft immer noch die hochattraktiven und emotionalen Sportwagen anbieten können, für die wir bekannt sind und da kann und darf Nachhaltigkeit kein fauler Kompromiss sein“, so Brücker. „Bisher haben wir 2020 bereits eine CO2-freie Inhouseproduktion erreicht und in 2030 wollen wir über die gesamte Wertschöpfungskette bilanziell CO2-neutral sein. Davon abgesehen haben wir hier in Zuffenhausen die Weichen auf Flexibilität gestellt, indem wir sowohl leistungsfähige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektroantrieb anbieten können. Für uns gilt es, Tradition und Innovation zu verknüpfen. Unser Standort kann jede Entwicklung – auch eine Beschleunigung in Richtung E-Mobilität – mitgehen.“

Nicht schwerer als eine Verbrennerkarosserie

Leichtbau ist seit Anbeginn eine Schlüsselstrategie bei Porsche, nicht zuletzt deshalb standen bei den Ingenieuren luftgekühlte Motoren lange hoch im Kurs – denn sie sind wesentlich leichter als wassergekühlte Motoren. Alle in Zuffenhausen gefertigten Fahrzeuge profitieren bis heute von dieser Leichtbauphilosophie, zum Beispiel durch die strukturell optimierte Bauweise mit
Aluminium, hochfesten Stählen und kraftflussoptimierten Fügeverfahren von Nieten über Schrauben bis hin zum Kleben. So ist es dem Zuffenhausener Sportwagenhersteller gelungen, beim Taycan trotz der notwendigen zusätzlichen Stabilität und Crash-Sicherheit für die schwere Batterie die Karosserie vom Gewicht her auf einem für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor
üblichen Niveau zu halten.

Minimale Spülverluste und Herausforderungen beim Bau

Trotz der beengten Stadtlage gelang es die Zuffenhausen der Sportwagenhersteller, eine komplett neue Halle für die Lackiererei aufzubauen und in die Fertigung einzubinden, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Dabei wurden interessante Detailösungen umgesetzt, von der Vorbehandlung bis hin zu der eingesetzten Applikationstechnik, um Farb- und Spülverluste zu minimieren. Darüber hinaus gab es für das Porsche-Team eine extreme Herausforderung bei der Errichtung der Inbetriebnahme der neuen Taycan-Lackiererei zu bewältigen.

Lesen Sie alle Details darüber in der September Ausgabe des Magazins für Oberflächentechnik oder gleich hier online.

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