Von der Rolle zur Vollautomatisierung

Die Nachfrage nach Brettsperrholz, einem sehr vielseitig einsetzbaren und auch nachhaltigen Bauwerkstoff, wächst rasant. Die Hasslacher Gruppe hat ihren Standort in Stall im Mölltal in Kärnten deshalb nun von einer manuellen Applikation auf eine vollautomatisierte roboterbasierte Beschichtung umgestellt.

Bei Sperrholz denken vermutlich viele als erstes an etwas, das man in der Holzabteilung im Baumarkt kaufen kann. Doch Brettsperrholz (BSP) ist das Material für die richtig großen Projekte, vor allem im Baubereich. Es besteht aus einzelnen Brettern, die in mehreren Schichten mit bis zu 80 Tonnen Druck verklebt werden. Vor dem Verpressen werden auf die einzelnen Stücke abwechselnd Raupen mit Melaninharz und Härter appliziert. Diese vermischen sich erst beim Fügen und unter dem hohen Pressdruck, gleichzeitig entsteht ein nahezu fugenfreier Verbund. Weil die Faserrichtung von Lage zu Lage um 90° wechselt, ist das Material baustatisch sehr biege-und torsionssteif und sowie belastbar und das bei relativ niedrigem Eigengewicht.
Die Nachfrage steigt seit einigen Jahren stark an, gleichzeitig gerät die Oberflächenqualität zunehmend in den Fokus der Kunden. Deshalb hat die Hasslacher Gruppe am Standort Stall im Mölltal die Oberflächentechnik komplett neu aufgestellt. Das Familienunternehmen blickt auf eine 120-jährige Geschichte zurück, wobei bemerkenswert ist, dass in dieser Zeit der Geschäftsführer nur dreimal gewechselt hat.

Nachfrage boomt

Als die Hasslacher Gruppe den Standort in Stall 2010 übernahm, wurden hier 11.000 m³ Brettsperrholz pro Jahr hergestellt. Der Standort wurde seitdem kontinuierlich erweitert und modernisiert, in der aktuellen Ausbaustufe liegt der Ausstoß bei bis zu 88.000 m³ pro Jahr. Das Material wird sowohl im klassischen Hausbau und Hochbau eingesetzt, aber auch für Hallen und andere größere Tragstrukturen. Für das Material sprechen dabei unter anderem die gute Wärmedämmung, aber auch die hohe Festigkeit bei geringer Materialstärke, sodass zum Beispiel gegenüber klassischen Ziegel- beziehungsweise Betonwänden auf gleicher Grundfläche deutlich mehr Platz für den Innenraum zur Verfügung steht.
„Brettsperrholz boomt“, weiß DI Georg Jeitler, Leiter Forschung & Entwicklung in der Hasslacher Gruppe. „Allerdings steigen seit einiger Zeit auch die dekorativen beziehungsweise visuellen Ansprüche an dieses ursprünglich rein als Konstruktionsholz, also tragend, eingesetzte Material. Deshalb haben wir uns im Zuge unserer Standorterweiterung entschieden, auch die Oberflächentechnik auf ein neues Level zu heben.“

 

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