Verzinnen

Aufbringen einer Zinnschicht auf Metall zum Schutz vor Korrosion. Gebräuchliche Verfahren sind das Feuerverzinnen (Eintauchen in geschmolzenes Zinn), das außenstromlose und das galvanische Verzinnen.

Bei der galvanischen Zinnabscheidung verwendet man entweder saure Elektrolyte oder alkalische Elektrolyte. Beim Verfahren mit sauren Elektrolyten können stark schwefelsaure Zinn(II)sulfatlösungen unter Zugabe organischer Stoffe (Gelatine, β-Naphthol und Kresolsulfonsäure) eingesetzt werden. Der Prozess läuft bei Raumtemperatur und Stromdichten bis zu 1 A/dm² im ruhenden Elektrolyten und 10 A/dm² im bewegten Elektrolyten. Saure Zinnfluoroboratelektrolyte enthalten Zinn(II)tetrafluoroborat, Fluoroborsäure, Borsäure und organische Zusätze wie Gelatine, β-Naphthol u.a. (Temperatur: 20 – 40 °C; Stromdichte: bis zu 13 A/dm² bei ruhendem Elektrolyten.

Beim alkalischen Verfahren sind Bäder aus Natriumstannat und freiem Natriumhydroxid im Einsatz; die Arbeitstemperatur beträgt 60 – 80 °C, die Stromdichte 1,5 – 2,5 A/dm². Verwendet man statt der Natrium- die entsprechenden Kaliumsalze, kann aufgrund der höheren Löslichkeit des Kaliumstannats mit einer höheren Stromdichte gearbeitet werden. Das galvanische Verzinnen ist vor allem wichtig zur Herstellung von Sn-Überzügen auf Eisenblech (Weißblech für die Konservenindustrie). Man kann auch Legierungen des Zinns mit Blei, Zink und Nickel galvanisch abscheiden. Zinn-Blei-Überzüge dienen als Korrosionsschutz für Stahl; außerdem werden sie als Metallauflage für Leiterplatten eingesetzt, wo sie sich durch chemische Beständigkeit und gute Lötbarkeit auszeichnen. Sie werden ebenso beim Ätzen als Schutz für die darunter liegende Schicht eingesetzt.