Versilbern

Herstellung von Silberüberzügen auf einem metallischen oder nichtmetallischen Grundmaterial. Versilbert wird entweder auf galvanischem oder auf außenstromlosem Weg oder durch Plattieren.

Bei der galvanischen Versilberung werden cyanidische Elektrolyte eingesetzt, in denen das Silber in komplexierter Form vorliegt. Die Lösungen enthalten Alkalicyanoargentat-

Komplexe (Ag(CN)2 -, Ag(CN)3 2- bzw. Ag(CN)4 3-), freies Cyanid, Carbonat, Härtezusätze (Antimonverbindungen) und Glanzmittel (Xanthogenate in Verbindung mit Türkischrotöl, Thiosulfate, Thioharnstoff(derivate) und Rhodanide). Als Anodenmaterial dient Silber. Arbeitsbedingungen: Raumtemperatur, pH-Werte von 11 – 12,5, Stromdichte zwischen 0,5 und 1,5 A/dm². Das außenstromlose Versilbern kann u.a. mit Hilfe einer Silbersalzlösung und eines Reduktionsmittels erfolgen.

Um eine Abscheidung schwammiger, schlecht haftender Silberschichten auf unedlen Grundmaterialien infolge Zementation zu verhindern, trägt man vor dem eigentlichen Versilbern noch Zwischenschichten (Vorvernickelung) auf. Silberüberzüge sind Korrosionsschutz und Dekor zugleich. Sie werden auch bei der Herstellung von Spiegeln eingesetzt. In der Elektro-/Elektronikindustrie wird elektrolytisch abgeschiedenes Silber als Kontaktmetall eingesetzt.